Ärzte Zeitung, 01.12.2011

Diabetologen und Patienten fordern Plan

BERLIN (gvg). In Anwesenheit von Parlamentariern des Deutschen Bundestags haben Diabetesexperten und Betroffene zu verstärkten Anstrengungen im Kampf gegen die Volkskrankheit Diabetes aufgerufen. Gefordert wird ein Nationaler Diabetesplan.

Der bekennende Diabetespatient Matthias Steiner, Olympiasieger im Gewichtheben in Peking 2008, rief Prominente eindringlich dazu auf, mit möglichen Diabeteserkrankungen offen umzugehen.

"Diabetes wird immer noch oft als Schwäche gesehen, aber das ist es ganz und gar nicht. Je mehr darüber gesprochen wird, umso einfacher wird es, im Alltag damit klarzukommen."

Deutschland bei der Prävention im Hintertreffen

Auch die Möglichkeiten der Prävention sollten viel stärker thematisiert werden: "Das Wichtigste ist Bewegung, Bewegung, Bewegung. Je mehr ich mich bewege, umso weniger Insulin brauche ich und umso normaler kann ich essen", sagte Steiner bei der von diabetesDE, Novo Nordisk und Roche Diagnostics unterstützten Veranstaltung.

Rückendeckung kam von Privatdozent Bernhard Kulzer von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft: Deutschland sei zwar bei der Diabetestherapie vorbildlich organisiert, bei der Prävention aber "absolut im Hintertreffen". Menschen mit hohem Risiko würden nicht erreicht, so Kulzer.

Die Experten fordern einen Nationalen Diabetesplan, der nach Vorbild des Nationalen Krebsplans alle Aspekte der Versorgung adressiert.

Politik will das Thema auf dem Schirm behalten

"Ein entsprechendes Basispapier ist mit den meisten relevanten Verbänden abgestimmt. Wir werden damit Anfang 2012 im Bundesgesundheitsministerium vorstellig werden", betonte Kulzer.

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Ulrike Flach (FDP), betonte, dass die Politik das Thema Prävention auf dem Schirm behalte.

Die noch von Ex-Minister Philipp Rösler initiierte Präventionsstrategie für die Verhinderung lebensstilbedingter Volkskrankheiten werde einen Schwerpunkt bei der betrieblichen Vorsorge haben, um möglichst alle sozialen Schichten zu erreichen, so Flach.

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