Ärzte Zeitung, 07.05.2012

Blutzuckersenkung: Studie untersucht Nebenwirkungen

Immer wieder wurden Risiken bei der Einnahme von Diabetes-Medikamenten bekannt. Eine Studie mit 1,7 Millionen Patientendaten will nun den Nebenwirkungen auf den Grund gehen.

BREMEN (eb). Zusammen mit 14 weiteren Instituten in Europa und USA beteiligt sich das BIPS - Institut für Epidemiologie und Präventionsforschung in Bremen an der bisher größten Studie zu Nebenwirkungen von Medikamenten weltweit.

Die SAFEGUARD-Studie umfasst über 1,7 Millionen anonymisierte Patientendaten und prüft zusätzlich bisher veröffentlichte Beobachtungs- und klinische Studien.

Ziel ist, bisher vermutete Risiken von blutzuckersenkenden Diabetes-Medikamenten in einer großen Bevölkerung zu untersuchen und künftige klinische Medikamentenstudien zu verbessern.

Im vergangenen Jahrzehnt sind mehrere Risiken durch den Gebrauch von Diabetes-Medikamenten bekannt geworden. "Die Systeme für die Zulassung von Arzneimitteln müssen verbessert werden", meint Professor Edeltraut Garbe, die die Arbeiten am BIPS leitet. "Wir benötigen langfristige Nutzen-Risiko-Bewertungen dieser Medikamente."

Dies wollen die Projektpartner in SAFEGUARD durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Experten erreichen. Vor allem macht die Menge an medizinischen Informationen einer sehr großen Zahl von Patienten die Entwicklung solcher Studien erst möglich.

Die Auswertung dieser Informationen kann helfen, die Wirkung der Medikamente besser zu verstehen. Das Projekt wird mit 2,9 Millionen Euro von der Europäischen Kommission gefördert.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Europäische Impfwoche - Same procedure as last year!

Heute starten die Europäischen Impfwochen. Am Beispiel Masern werden beträchtliche Defizite in Deutschland deutlich - und dass es seit Jahren kaum Fortschritte gibt. mehr »

Blick ins Gehirn offenbart beste Therapie-Option

Einige Depressive sprechen besser auf Verhaltenstherapien an, andere auf Antidepressiva. Ein Blick ins Hirn per fMRT zeigt, welcher Ansatz den meisten Erfolg verspricht. mehr »

Milliarden für die Versicherten – Kassen bleiben skeptisch

Erster Aufschlag des neuen Gesundheitsministers: Jens Spahn will gesetzlich Versicherte per Gesetz entlasten. Aus Richtung Kassen und Opposition weht scharfer Gegenwind. mehr »