Ärzte Zeitung, 24.03.2014

Diabetes

Therapie mit dünnem Schlauch im Darm

Für die EndoBarrier-Therapie werden übergewichtige Diabetiker gesucht. Sie können damit den Blutzucker senken und abspecken.

LEIPZIG. Das Leipziger Uniklinikum bietet Patienten mit Typ-2-Diabetes und Übergewicht die EndoBarrier-Therapie an, berichtet PD Albrecht Hoffmeister von der Klinik für Gastroenterologie und Rheumatologie.

Der EndoBarrier ist ein sehr dünner Schlauch, der im Dünndarm platziert wird und die Verdauung der Nahrung verzögert. Er wird im Rahmen einer Magenspiegelung implantiert; eine Operation ist nicht nötig. Beim Einsetzen wird eine Narkose vorgenommen, so eine Mitteilung der Klinik.

"Die ersten Ergebnisse haben unsere Erwartungen übertroffen. Die Stoffwechsellage verbessert sich, einige Patienten benötigen keine Antidiabetika mehr ", erklärt Hoffmeister.

Für 20 Patienten wird eine kostenlose Behandlung angeboten. Kontraindiziert ist der EndoBarrier bei Therapie mit Gerinnungshemmern oder bei bereits erfolgter Magen- oder Darmoperation. Die Patienten werden in Kooperation mit der Klinik für Endokrinologie engmaschig überwacht.

Einmal im Monat wird geprüft, wie sich Zuckerwerte und Gewicht entwickeln. Nach einem Jahr wird der EndoBarrier wieder entfernt. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Welche Reformen sind dringend notwendig?

Bürgerversicherung, Regressrisiko, GOÄ: Unsere Leser haben abgestimmt, welche Themen in der Gesundheitspolitik die nächste Bundesregierung unbedingt anpacken sollte. mehr »

Patienten sollen für Infos zahlen

Patienten und Angehörige sind bei beratungsintensiven Erkrankungen häufig hilflos. Viele Akteure versuchen, neutrale Angebote im Internet bereitzustellen. Ein Biologe will nun Beteiligte auf einer Plattform zusammenführen. mehr »