Ärzte Zeitung, 25.06.2014

Kommentar

Messen ist kein Selbstzweck

Von Beate Schumacher

So wichtig ein Tachometer für Autofahrer ist: Um Unfälle zu vermeiden, reicht es nicht, die Geschwindigkeitsanzeige ständig im Blick zu behalten. Der Fahrer muss auf den Tachostand reagieren - und gegebenenfalls auch mal kräftig auf die Bremse treten.

Insofern ist ein Tachometer durchaus mit der Blutzucker-Selbstmessung zu vergleichen. Beide Instrumente liefern eine direkte und wichtige Rückmeldung. Mehr Sicherheit geben sie aber nur, wenn die gemessenen Werte Konsequenzen haben.

Das mag eine Erklärung dafür sein, dass eine Studie der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) unter Leitung von Professor Michael Nauck aus Bad Lauterberg erfolglos verlaufen ist (Diabetologia 2014; 57: 868).

Bei Typ-2-Diabetikern mit oraler Therapie plus Basalinsulin oder mit konventioneller Insulintherapie führte die Blutzucker-Selbstmessung nicht zu einer Verbesserung der Stoffwechseleinstellung. Der HbA1c sank genau wie bei den Patienten ohne eigene Kontrollen von 7,3 auf 7,0 Prozent.

Diese ohnehin schon recht guten Werte mögen den Nachweis eines Vorteils durch die Selbstmessung erschwert haben. Andererseits hatten selbst die schlechteren Werte bei weniger als 50 Prozent der Arzt-Patienten-Kontakte therapeutische Konsequenzen.

Lesen Sie dazu auch:
Insulin bei Typ-2-Diabetes: Was bringt Blutzuckermessen?

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