Ärzte Zeitung, 22.10.2014

Mehnert-Kolumne

Erhöhte Infektionsgefahr bei Diabetikern

Infektionen verlaufen bei Zuckerkranken häufig schwerer als bei Nicht-Diabetikern - oftmals gar mit tödlichen Folgen. Die Ursachen sind vielfältig.

Von Prof. Hellmut Mehnert

Prof. Hellmut Mehnert

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© sbra

Arbeitsschwerpunkte: Diabetologie, Ernährungs- und Stoffwechselleiden: Diesen Themen widmet sich Prof. Hellmut Mehnert seit über 50 Jahren.

Erfahrungen: 1967 hat er die weltweit größte Diabetes-Früherfassungsaktion gemacht sowie das erste und größte Schulungszentrum für Diabetiker in Deutschland gegründet.

Ehrung: Er ist Träger der Paracelsus-Medaille, der höchsten Auszeichnung der Deutschen Ärzteschaft.

Infektionen verlaufen bei Diabetikern häufig schwerer als bei Nicht-Diabetikern. Zuckerkranke bekommen zum Beispiel verstärkt Pneumonien oder auch Harnwegs- und Hautinfektionen. Und im Vergleich sterben auch mehr Diabetiker an den Infektionskrankheiten!

Als Ursache für die erhöhte Infektionsgefahr werden außer Störungen des Immunsystems auch metabolische, vaskuläre und neuropathologische Veränderungen diskutiert. So steht fest, dass Hyperglykämien alle wesentlichen Komponenten der Infektabwehr nachteilig beeinflussen.

Auch gibt es Hinweise, dass eine Glykosilierung die biologische Funktion von Antikörpern verändern kann. Natürlich spielen Gefäßerkrankungen mit schlechter Durchblutung von Geweben sowie Neuropathie (diabetischer Fuß!) und eine veränderte Keimbesiedlung der Haut eine Rolle.

In der kalten Jahreszeit ist es wichtig, Patienten auf das erhöhte Risiko für ambulant erworbene Pneumonien anzusprechen. Bei den tiefen Atemwegsinfektionen treten bei Betroffenen vermehrt schwere und manchmal auch tödliche Komplikationen auf.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt daher allen Zuckerkranken die jährliche Impfung gegen Influenza. Der günstigste Zeitraum dafür ist Oktober bis November. Ebenfalls sollten alle Diabetiker gegen Pneumokokken-Infektionen geimpft werden. Beide Impfungen können bei einem Termin vorgenommen werden. Die Prophylaxe ist bei Patienten mit Diabetes ähnlich gut wirksam, wie bei Nicht-Diabetikern.

Onychomykose trifft viele Männer

Ebenso kommt es bei Diabetes vermehrt zu Haut- und Schleimhaut- Infektionen. Die mikrobiologische Besiedlung mit Staphylococcus aureus und Candida albicans fällt dabei besonders auf. Für die Behandlung der Onychomykose, die bevorzugt bei Männern auftritt, wird Terbinafin als Mittel der Wahl empfohlen.

Es ist gut verträglich und sehr gut wirksam. Immer noch wird Parodontitis bei Patienten mit Diabetes unterschätzt. Potenziale für die Prävention und Behandlung der schwerwiegenden Infektion bleiben daher häufig ungenutzt.

Der Behandlungserfolg hängt von einer frühen Diagnose und Therapie ab. Diabetiker müssen daher zu regelmäßigen zahnärztlichen Kontrollen angehalten werden; sie sollten Zahnärzte zudem auf ihren Diabetes hinweisen. Betroffene haben ein hohes Risiko für makro- und mikrovaskuläre Komplikationen.

Pathogene Bakterien, die sich bei Parodontitis im Blut finden, tragen zu den Komplikationen bei. Eine gute Stoffwechseleinstellung kann die Prognose der Parodontitis entscheidend verbessern. Und umgekehrt wirkt sich die Therapie gegen den Zahnfleischschwund positiv auf die Diabeteskontrolle aus.

Optimale Stoffwechseleinstellung

Deutlich erhöht ist auch die Zahl der postoperativen Wundinfektionen, besonders nach thoraxchirurgischen Eingriffen. Auch sonst eher seltene Infektionen treten gehäuft bei Diabetikern auf.

Dazu gehören nekrotisierende Weichteilinfektionen, emphysematöse Zystitis und Pyelonephritis, emphysematöse Cholezystitis, pyogener Leberabszess und maligne Otitis externa sowie die intrazerebrale Mukormykose. Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes werden auch vermehrt Hepatitis-C-Infektionen festgestellt.

Ganz im Vordergrund von Prophylaxe und Therapie steht die optimale Einstellung des Diabetes. Wichtig ist zudem, die Patienten auf eine erhöhte Infektionsgefahr hinzuweisen. Betroffenen muss eingeschärft werden, dass auch Bagatellbefunde vor allem an den Füßen (!) nicht ignoriert werden dürfen, sondern eine Veranlassung sind, einen Arzt aufzusuchen.

Die kalkulierte Antibiotikatherapie bei Wundinfektionen an den Füßen richtet sich nach dem Schweregrad der Infektion. Die Behandlung sollte in einem von der DDG zertifizierten spezialisierten Zentrum erfolgen.

[22.10.2014, 12:12:01]
Michael Peuser 
Erhöhte Infektionsgefahr bei Diabetikern
Diabetiker müssen Disziplin und ihre Zuckerwerte niedrig halten. Bei erhöhten Zuckerwerten kommt es zu einer Störung der Mikrozirkulation in den 150.000 km Kapillaren zur Versorgung der 75 Billionen Zellen. Deshalb sollte sich jeder Zuckerkranke besonders um seine Kapillaren kümmern. Diese sind zwar nur 1,5 mm lang und nur 7 mikron im Innendurchmesser, sind aber für die Gesunderhaltung lebenswichtig. In den 100 Milliarden Kapillaren findet der Metabolismus statt.
Es gibt 4 Schritte zur Optimierung der Mikrozirkulation:
a) Den gesunden und normalen Innendurchmesser wieder herstellen durch das Trinken von Aloe vera Saft (im ersten Gesamtdeutschen Apothekerbuch der Pharmacopoeia Germanica aus dem Jahre 1873 steht schon geschrieben, dass die Aloe seit Menschheitsgedenken für Heilzwecke benutzt wird und daß die Aloe seit der christlichen Zeitrechnung eines der meist genutzten Heilmittel ist.)
b) Die Fließfähigkeit der roten Blutkörperchen verbessern durch die Gabe von Nachtkerzenöl, und/oder Omega-3.
c) Das Zusammenfallen der hauchdünnen Kapillarenwände vermeiden durch die Gabe von Silizium in Form von SILICEA oder Weizenkleie.
d) Den pH-Wert vom Morgenurin und Morgenspeichel messen. Falls dieser sauer ist eine Ernährungsumstellung vornehmen oder basische Mineralien geben, um bei der pH-Messung auf Werte knapp am neutralen pH-Wert von 7,0 zu kommen. Bei einem zu sauren pH-Wert werden die roten Blutkörperchen weniger elastisch, sie verhärten und ihr Durchzug durch die Kapillaren erschwert sich damit. Bei einer pH-Messung bei den Primaten im Zoo von Hannover wurden nur leicht alkalische Werte gefunden. Nur der Mensch durch seine verkehrte Ernährung ist in 80 % der Messungen sauer. Der Mensch kommt aus einem alkalischen Ambiente. Das Meerwasser und das Fruchtwasser der Mutter ist doch alkalisch!

Offene Beine und Erblindungen, die häufig bei Diabetikern auftreten sind die Folgen einer Störung der Mikrozirkulation. Eine Störung der Mikrozirkulation ist auch die Ursache von erhöhten Infekten bei Diabetikern.
Gute Literatur dazu: Kapillaren bestimmen unser Schicksal.
Michael Peuser
Staatspreisträger in Brasilien zum Beitrag »

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