Ärzte Zeitung online, 24.04.2017

Diabetes und Herz

Mortalität und Komplikationen nehmen ab

Die Fortschritte in der medizinischen Versorgung lassen sich nicht zuletzt am Rückgang der Inzidenz von Diabeteskomplikationen ablesen. Doch trotz manchen Glanzes ist nicht alles Gold.

Diabetes und Herz – Mortalität und Komplikationen nehmen ab

Herzinfarkt-Gefahr: Es lohnt sich, Risikofaktoren wie Hypertonie, erhöhtes LDL-Cholesterin, Glykohämoglobin und Albuminurie im Griff zu haben.

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Robert Bublak

GÖTEBORG. Wie haben sich die Raten von vorzeitigem Tod und kardiovaskulären Komplikationen bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes in den vergangenen Jahrzehnten verändert? Schwedische Forscher um Dr. Aidin Rawshani von der Universität Göteborg haben das untersucht, und zwar anhand von Daten zur Inzidenz der Diabetesfolgen in den Jahren 1998 bis 2014 aus dem nationale Diabetesregister Schwedens (NEJM 2017; 376: 1407).

In dieser Zeit gingen die Todesfälle von Typ-1-Diabetikern um 31,4 Fälle je 10.000 Personenjahre zurück, von knapp 96,2 auf 64,8. Bezogen auf die kardiovaskuläre Mortalität belief sich der Rückgang auf 26,0 Fälle, mit Blick auf Todesfälle durch koronare Herzkrankheit waren es 21,7 Fälle weniger. Zudem wurden je 10.000 Personenjahre 45,7 weniger Krankenhausbehandlungen aufgrund kardiovaskulärer Erkrankungen benötigt.

Auch bei den Typ-2-Diabetikern waren absolute Reduktionen je 10.000 Personenjahre festzustellen:

» minus 68,5 bei der Gesamtmortalität (von 406,1 auf 337,6),

» minus 110,0 bei der kardiovaskulären Mortalität,

» minus 91,9 beim Tod durch KHK und

» minus 203,6 bei den durch kardiovaskuläre Komplikationen bedingten Krankenhausaufenthalten.

Die relativen Rückgänge kardiovaskulärer Zwischenfälle fielen bei den Typ-1-Diabetikern um rund 40 Prozent stärker aus als in einer Kontrollgruppe von Menschen gleichen Alters aus der Allgemeinbevölkerung. Für Typ-2-Diabetiker ging der Vergleich um 20 Prozent günstiger aus. Mit Blick nur auf die tödlich endenden Zwischenfälle gab es zwischen Typ-1-Diabetikern und Kontrollen keinen Unterschied. Bei Typ-2-Diabetikern war dieser Rückgang indes um etwa 15 Prozent geringer als bei Kontrollpersonen.

Die Verbesserungen führen die Studienautoren auf eine besser verzahnte Versorgung der Patienten im Disease-Management zurück sowie gründlichere Schulungen und Fortschritte bei der klinischen Entscheidungsfindung. Wesentlich sei es, dass man Risikofaktoren wie Hypertonie, erhöhtes LDL-Cholesterin, Glykohämoglobin und Albuminurie besser im Griff habe. Damit verknüpft sei der weiter verbreitete Einsatz von Statinen und Antihypertensiva.

Dennoch sollte sich niemand blenden lassen: Wie die schwedischen Forscher betonen, liegen ungeachtet der gesunkenen Zahlen die Ereignisraten in allen untersuchten Kategorien bei den Diabetikern weiterhin signifikant höher als bei den Kontrollpersonen.

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