Ärzte Zeitung online, 08.09.2017

DELFIN

Training für Eltern kleiner Diabetiker

Das Trainingsprogramm DELFIN unterstützt Eltern im Umgang mit diabeteskranken Kindern.

BERLIN. Eltern von Kindern mit Diabetes sind nicht nur Mutter oder Vater, sie müssen auch Therapeut und Mentor sein und damit vielen Anforderungen gerecht werden. Hinzu kommen die typischen Herausforderungen der verschiedenen Altersklassen.

Hier setzt das strukturierte Trainingsprogramm DELFIN an, teilt das Unternehmen Berlin-Chemie mit. So üben Eltern im Training praktisch, wie sie ihr Kind positiv unterstützen, ihm aber auch altersgemäß Regeln vermitteln und Grenzen setzen können. Ein zweijähriges Kind versteht noch nicht viel von seiner Erkrankung. Deshalb ist es normal, wenn es sich bei Blutentnahmen und Injektionen widersetzt. Das erzeugt oft Stress, Schuldgefühle und Mitleid bei Eltern. DELFIN bietet deshalb auch Hilfe im Umgang mit Schuldgefühlen und Frustrationen seitens der Eltern und vermittelt beispielsweise, wie das Blutzuckermessen positiv in den Alltag integriert werden kann.

Eine Studie hat ergeben, dass Eltern von DELFIN vielfältig profitieren. Gestärkte Elternkompetenzen halfen im Umgang mit Problemen und reduzierten familiären Stress. Die betroffenen Kinder zeigten sich bezüglich der Therapieaufgaben kooperativer und auch klinisch ließ sich ein positiver Effekt beobachten: Der HbA1c blieb in der DELFIN-Gruppe stabil, in der Kontrollgruppe stiegen die Werte leicht an (BMC Pediatrics 2012; 12: 152). DELFIN wurde von der Medizinischen Hochschule Hannover mit Unterstützung von Berlin-Chemie entwickelt und steht seit 2015 zur Verfügung. (eb)

Train-the-Trainer-Seminare zu DELFIN finden mehrmals pro Jahr statt. Termine unter: www.diabetes-kinder.de

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

HPV-Infektion durch Oralsex wohl eher selten

Frauen mit zervikaler HPV-Infektion übertragen die Viren offenbar nur sehr selten auf ihre Mundschleimhäute oder die ihres Sexualpartners, so eine kleine Studie. mehr »

Staatliche Digitalprojekte dauern zu lange

Kanzleramtsminister Helge Braun wünscht mehr Tempo bei der Digitalisierung in Deutschland. Die KBV zeigt sich indes zuversichtlich, dass die TI-Anbindung bis Ende Juni für die meisten Arztpraxen klappt. mehr »

Dutzende Ärzte in USA angeklagt

32 Millionen Tabletten illegal verschrieben: Das werfen Ermittler 31 Ärzten in den USA vor. Ein Arzt soll Opioide für Sex verschrieben haben – ein anderer an Facebook-Freunde verteilt haben. mehr »