Ärzte Zeitung online, 12.10.2017

Teilhabe am Alltag

Hilfsmittel für Diabetiker mit Retinopathie!

Die Deutsche Diabetes-Hilfe fordert, Medizintechnikhersteller gesetzlich zu verpflichten, Produkte barrierefrei herzustellen.

BERLIN. Für Patienten mit diabetischer Retinopathie sind nach wie vor kaum barrierefrei konzipierte Hilfsmittel und Technologien für die tägliche Selbsttherapie auf dem Markt. Darauf weist diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe aus Anlass des "Welttags des Sehens" am 12. Oktober und des "Tags des weißen Stocks" am 15. Oktober hin.

Eigentlich sollte das Angebot für barrierefreie medizintechnische Hilfsmittel für Diabetiker angesichts der demografischen Entwicklung und der Verpflichtungen, die sich für Länder wie Deutschland aus der UN-Behindertenrechtskonvention ergeben, weiter ausgebaut werden, betont diabetesDE. Eine entsprechende gesetzliche Vorgabe für Hersteller diabetesbezogener Medizintechnik würde dazu beitragen.

Im Prinzip böten moderne Technologien viele Optionen, um behinderte und auch ältere Patienten bei ihrer Diabetes-Therapie zu unterstützen, unterstreicht Diabetesberaterin Diana Droßel, stellvertretende Vorsitzende von diabetesDE. "Daher fordern wir von der Regierung, Medizintechnikhersteller gesetzlich zu verpflichten, neue Produkte barrierefrei herzustellen." Bei Apps koste die Implementierung von solchen Angeboten nichts; dazu müsse man bei der Programmierung nur die Grundanforderungen der Betriebssysteme berücksichtigen. Schlecht gemachte Apps seien schon an mangelnder oder fehlender Barrierefreiheit zu erkennen.

"Wer aufgrund seiner Diabeteserkrankung sehbehindert oder gar blind wird, läuft auch Gefahr, seine Selbstständigkeit im Alltag zu verlieren", so Droßel. Für die tägliche Selbsttherapie notwendige Blutzuckermessgeräte, Insulinpumpen, Insulinpens, Blutglukosemesssysteme, solche zum kontinuierlichen Glukosemonitoring oder diabetesbezogene Apps seien derzeit überwiegend für sehende Menschen geeignet.

"Blinde und Sehbehinderte benötigen daher zum Blutzuckermessen und für Insulingaben ständig Assistenz durch Pflegedienste oder Angehörige. Mit standardmäßig barrierefrei konzipierter Technik, die Messwerte und Insulindosen akustisch übermittelt, könnten Betroffene eigenständig sein", so Droßel. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Dieses Training hält jung

Forscher haben in einer Studie Trainingsformen identifiziert, die die Zellalterung verlangsamen: Wer sein Leben verlängern will, sollte wohl eher aufs Laufband als in die Muckibude. mehr »

Mehr Ausgaben zur Gesundheitsförderung

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im vergangenen Jahr 8,1 Millionen Menschen mit gesundheitsfördernden und präventiven Maßnahmen erreicht – so viele wie nie zuvor. Doch es gibt auch Lücken. mehr »

Zahl der Abtreibungen zurückgegangen

2018 wird es wohl weniger Schwangerschaftsabbrüche geben als im Jahr zuvor, so eine Statistik. mehr »