Diabetes

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Der Diabetespatient in der Notfallversorgung – Synopsis für den ambulanten Sektor, den Rettungsdienst und die Notaufnahme

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung online, 07.05.2018

Schwanger und Diabetes

Prävention erspart aufwändige Therapie bei Gestationsdiabetes

Immer mehr Schwangere in Deutschland erkranken an Gestationsdiabetes. Das hohe GDM-Risiko durch Übergewicht lässt sich mit regelmäßiger Bewegung deutlich senken, so eine Studie.

Von Wolfgang Geissel

Prävention erspart aufwändige Therapie

© pressmaster / stock.adobe.com

MAINZ. Übergewichtige Schwangere können mit regelmäßigem Sport ihr erhöhtes Risiko für Gestationsdiabetes fast halbieren. Durch die Bewegung werden zudem ungünstige Schwangerschaftsverläufe reduziert, wie exzessive Gewichtszunahme, Gestationshypertonie und Präeklampsie, Frühgeburt und Sectio-Entbindung sowie niedriges Geburtsgewicht.

Die günstigen Effekte wurden bereits in über 50 randomisiert-kontrollierten Studie belegt, wie Dr. Helmut Kleinwechter aus Kiel beim DDG-Diabetes-Update in Mainz berichtet hat. Als Beispiel hat der Diabetologe eine chinesische Studie mit 300 übergewichtigen Schwangeren vorgestellt.

Je die Hälfte der Frauen wurden nach dem Zufallsprinzip entweder einer Interventions- oder einer Kontroll-Gruppe zugeteilt, wobei in jeder Gruppe gut ein Viertel der Schwangeren adipös war.

Teilnehmerinnen der Interventionsgruppe nahmen ab der 13. Schwangerschaftswoche bis kurz vor der Geburt dreimal pro Woche an einem je 30-minütigen Ergometertraining teil. Die Intensität war so bemessen, dass sich die Frauen dabei noch unterhalten konnten (Borg-Skala: Moderat 12-14). Schwangere der Kontrollgruppe erhielten nur die Standardversorgung. (Am J Obstr Gynecol 2017; 216: 340).

Sport scheint zu helfen

Ergebnis: In der Interventionsgruppe entwickelten 22 Prozent einen Gestationsdiabetes, in der Kontrollgruppe waren es 40,6 Prozent. Um einen Gestationsdiabetes zu verhindern, müssen also etwa fünf Frauen die Prävention absolvieren, sagte Kleinwechter. Zudem nahmen die Frauen mit dem Sportprogramm bis zur Geburt im Vergleich weniger Gewicht zu (8,4 vs. 10,5 kg) und sie hatten ein geringeres Insulinresistenzlevel.

Auch ihre Neugeborenen hatten ein etwas geringeres Geburtsgewicht (3,35 vs. 3,46 kg) und der Anteil von LGA-Kindern ("large for gestational age") war geringer (14,3 vs. 22,8 Prozent). Das körperliche Training erhöhte nicht die Raten an Frühgeburten oder reduzierte allgemein das Gestationsalter.

Alternative sichere Sportarten für übergewichtige Schwangeren sind zum Beispiel Schwimmen, Joggen, Yoga, Pilates, Aerobic, Tanzen, Stretching oder Widerstandsübungen mit Gewichten oder elastischem Band.

Vermieden werden sollten Kontaktsportarten (Hockey, Boxen) oder Sport mit Fallrisiko wie Skifahren oder Reiten. Das Training mit jeweils 30-60 Minuten drei- bis viermal pro Woche sollte im ersten Trimenon starten und bis kurz vor der Geburt fortgesetzt werden, rät Kleinwechter. Zu achten ist auf ausreichende Hydrierung sowie moderate Intensität (Schwangere kann sich noch unterhalten). Längeres Liegen auf dem Rücken sollten vermieden werden.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Herpes-Viren unter Alzheimerverdacht

Die Virus-Hypothese erhält neue Nahrung: Eine immunschwächende Aktivität der Herpesviren könnte Alzheimer befeuern, so eine Studie. mehr »

Das alles muss das Verarbeitungsverzeichnis enthalten

Zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung müssen Arztpraxen ein "Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten" anlegen. Was darin alles aufgeführt werden muss, fassen zwei Medizinrechtler zusammen. mehr »

Übermüdete Teens oft adipös und hyperton

Sowohl zu kurzer als auch schlechter Schlaf erhöht bei Jugendlichen das kardiometabolische Risiko. In der bisher größten Studie zum Thema wirkten sich entsprechende Defizite negativ auf Taillenumfang, Blutdruck und Lipide aus. mehr »