Anstieg

Immer mehr bayerische Diabetiker

Nahezu bei jedem zehnten gesetzlich Versicherten in Bayern liegt ein Diabetes mellitus vor. Das belegen Zahlen aus einem aktuellen Gesundheitsreport.

Veröffentlicht:

MÜNCHEN. Die Zahl der bekannten Diabetes-Fälle in Bayern ist deutlich gestiegen. Das geht aus dem neuen Gesundheitsreport des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hervor.

Demnach lag 2017 bei über einer Million (1,035) gesetzlich Versicherten aus Bayern ein bekannter Diabetes mellitus vor. Das waren 9,9 Prozent aller GKV-Versicherten.

Übertragen auf die Gesamtbevölkerung ist nach Angaben der LGL in Bayern von etwa 1,28 Millionen Betroffenen mit einem bekannten Diabetes mellitus auszugehen. In den Zahlen seien auch die neuesten Daten der KV Bayerns (KVB) aus dem Jahr 2017 enthalten.

Im Jahr 2011 lag die Zahl der in Bayern bekannten Fälle von Diabetes mit 900.000 gesetzlich Versicherten laut KVB-Abrechnungsdaten noch deutlich niedriger. Übertragen auf die Gesamtbevölkerung war damals in Bayern von rund eine Million Betroffenen mit bekanntem Diabetes auszugehen.

Höchste Prävalenz in Oberfranken

Innerhalb Bayerns ist die Häufigkeit des Diabetes den Angaben zufolge regional unterschiedlich verteilt. Während die Prävalenz im Regierungsbezirk Oberbayern 2017 mit 8,7 Prozent am niedrigsten war, lag sie in Oberfranken mit 12,3 Prozent an der Spitze des Freistaates.

Die Versorgung von Diabetespatienten geschieht in Bayern überwiegend ambulant. Nach Angaben der LGL gab es im Jahr 2017 im Freistaat lediglich 29.455 stationäre Behandlungsfälle.

Für chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus seien die Disease-Management-Programme (DMP) von großer Bedeutung, von denen die Teilnehmer – etwa von einer für die Versorgungsplanung systematischen Dokumentation – profitieren würden.

Ende 2016 waren rund 560.000 Menschen aus Bayern mit Typ 2-Diabetes und mehr als 30.000 Personen mit Typ 1-Diabetes in einem DMP.

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) erinnerte, dass die Zunahme der Diabetes-Fälle auch mit der Alterung der Gesellschaft zu tun habe.

Ein längeres Überleben mit der Krankheit sowie eine sensiblere Diagnostik seien weitere Einflussfaktoren. (sct)

Mehr zum Thema

Springer Verlag

Ratgeber für Menschen mit Polyneuropathie

Hauptstadtdiabetologinnen

Ein Netzwerk für Diabetologinnen

20-Jahres-Vergleich

Auch Kinder mit Typ-1-Diabetes kommen früher in die Pubertät

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview

STIKO-Chef Überla: RSV-Empfehlung kommt wohl bis Sommer

NHANES-Analyse

Bei Hörminderung: Hörgeräteträger leben länger

Hauptstadtdiabetologinnen

Ein Netzwerk für Diabetologinnen

Lesetipps
Neue Hoffnung für Patienten mit Glioblastom: In zwei Pilotstudien mit zwei unterschiedlichen CAR-T-Zelltherapien blieb die Erkrankung bei einigen Patienten über mehrere Monate hinweg stabil. (Symbolbild)

© Richman Photo / stock.adobe.com

Stabile Erkrankung über sechs Monate

Erste Erfolge mit CAR-T-Zelltherapien gegen Glioblastom

Die Empfehlungen zur Erstlinientherapie eines Pankreaskarzinoms wurden um den Wirkstoff NALIRIFOX erweitert.

© Jo Panuwat D / stock.adobe.com

Umstellung auf Living Guideline

S3-Leitlinie zu Pankreaskrebs aktualisiert