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Ärzte Zeitung online, 05.12.2018

Transplantation

Geburt nach postmortaler Uterusspende

Zum ersten Mal ist ein Baby nach einer Uterustransplantation mit postmortal gespendetem Organ geboren worden.

Geburt nach postmortaler Uterusspende

Bislang hat es nur Geburten nach Uterustransplantation mit lebend gespendeten Organen gegeben.

© reineg / stock.adobe.com

SãO PAULO. In Brasilien ist zum ersten Mal ein Kind geboren worden, dessen Mutter der Uterus einer toten Spenderin transplantiert worden war. Das berichtet das Fachmagazin „The Lancet“, das den Fallbericht veröffentlicht hat (Lancet 2018; online 4. Dezember).

Bislang hat es nur Geburten nach Uterustransplantation mit lebend gespendeten Organen gegeben – die erste im Jahr 2013 in Stockholm. Bisherige Versuche der Uterustransplantation nach postmortaler Spende, die etwa in den USA, Tschechien und der Türkei durchgeführt wurden, hatten nach Angaben des Fachmagazins nicht zu einer Lebendgeburt geführt.

Die im Fallbericht von Dr. Dani Ejzenberg vom Uniklinikum São Paulo und Kollegen beschriebene Uterustransplantation habe im September 2016 stattgefunden. Die 32-jährige Empfängerin war aufgrund eines Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndroms ohne Uterus geboren worden. In einer über zehnstündigen Operation wurde ihr die Gebärmutter einer 45-jährigen Spenderin verpflanzt, die an einer Subarachnoidalblutung gestorben war. Nach acht Tagen konnte die Patientin unter Immunsuppression aus der Klinik entlassen werden.

Sieben Monate nach dem Eingriff wurden der Patientin ihre zuvor in vitro befruchteten Eizellen eingepflanzt. Nach zehn Tagen konnte eine Schwangerschaft bestätigt werden, die – bis auf eine mit Antibiotika behandelte Niereninfektion – komplikationslos verlaufen sei. Das Kind sei nach der 35. Woche durch einen Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Die transplantierte Gebärmutter wurde bei der Op entnommen und habe keine Anomalien aufgewiesen.

Die Ergebnisse belegten die Durchführbarkeit dieses Verfahrens, heißt es in der „Lancet“-Mitteilung. Durch die Verwendung der Uteri gestorbener Spenderinnen könnte mehr Frauen mit uteriner Infertilität ein Zugang zu dieser Therapieoption ermöglicht werden. (grz)

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