Ärzte Zeitung, 22.03.2004
 

Bei Frauen mit Haarausfall lichtet sich der Kopfschmuck am Scheitel

Bei typischem Haarausfallmuster und positiver Familienanamnese ist Diagnose klar

HAMBURG (grue). Ein breiter Mittelscheitel, auf dem Oberkopf wächst nur noch ein weicher Flaum - so stellt sich bei Frauen mit androgenetischer Alopezie der Haarausfall, meist ab dem 30 Lebensjahr, dar. Helfen kann eine lokale Therapie mit Minoxidil, die mit einem TrichoScan zur Erfolgskontrolle kombiniert werden kann.

Breiter Scheitel und lichte Haare auf dem Oberkopf - typisches Bild einer androgenetischen Alopezie bei einer Frau.

Eine Fotoaufnahme der selben Frau nach zwei Jahren Behandlung mit Minoxidil... ... und nach vier Jahren dokumentieren den Therapieerfolg: Das Haar ist wieder kräftig und voller. Fotos: H. Wolff, München

Bei acht von zehn Frauen mit Alopezie ist der Haarausfall erblich bedingt. Geheimratsecken und gänzlich kahle Stellen sind im Gegensatz zu den Männern dabei selten, wie Professor Rolf Hoffmann aus Freiburg auf einer Veranstaltung des Unternehmens Pfizer Consumer Healthcare in Hamburg gesagt hat.

Beim anlagebedingten Haarausfall reagieren die Haare empfindlicher auf Androgene, auch ohne Hormonüberschuß im Blut. Die Haarfollikel bilden immer feinere Haare und verkümmern schließlich. Für die Diagnose androgenetische Alopezie reicht meist das typische Haarausfallmuster und der Hinweis, daß Frauen in der Verwandtschaft ebenfalls Haarausfall haben. Bei Verdacht auf andere Ursachen, etwa Lupus erythematodes oder Schilddrüsenfunktionsstörungen, wird die Diagnostik dann erweitert, so Hoffmann.

Für die Verlaufskontrolle eignen sich Photoaufnahmen oder der TrichoScan, der Digitalbilder ausgewählter Haarbezirke analysiert, speichert und über die Zeit vergleicht. Mit dieser Methode, die als IGeL-Angebot abgerechnet werden kann, wurde unter anderem auch die Wirksamkeit von Minoxidil bei androgenetischer Alopezie der Frau nachgewiesen.

Die Substanz ist zweiprozentig in Regaine® Frauen enthalten und wird zweimal täglich direkt auf die sich ausdünnenden Haarstellen aufgetragen. Frauen, die regelmäßig Minoxidil anwendeten, hatten im TrichoScan nach sechs Monaten signifikant mehr Haare und einen kräftigeren Haarwuchs.

Diesen Effekt bestätigt auch der Münchener Dermatologe Professor Hans Wolff. "Außerdem wird der Haarausfall schnell gestoppt, was die Frauen bereits als deutliche Besserung empfinden", sagte Wolff. Etwa 80 Prozent der Frauen sprechen auf Minoxidil an. "Damit ist das Präparat das wirksamste Mittel gegen Haarausfall, daß wir den betroffenen Frauen anbieten können", sagte Wolff.

Topics
Schlagworte
Haut-Krankheiten (2073)
Dermatologie (2849)
Organisationen
Pfizer (1379)
Krankheiten
Rheuma (1752)
Wirkstoffe
Minoxidil (18)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »