Ärzte Zeitung, 25.08.2004

Dermatitis durch Shiitake-Pilz

Hautreaktionen ähneln Peitschen-Striemen

BERLIN (eb). Der Genuß von Shiitake-Pilzen (Lentinus edodes) kann bei besonders empfindlichen Menschen eine spezielle Dermatitis verursachen, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin.

Die Hautrötungen treten wenige Stunden nach einer Pilzmahlzeit am Körper, Armen und Beinen sowie im Nacken auf. Als Flagellanten-Dermatitis ähneln sie Striemen nach Peitschenhieben, so das BfR. Die Reaktionen seien vermutlich durch eine Überempfindlichkeit auf das in den Pilzen enthaltene Polysaccharid Lentinan bedingt.

Patienten mit solchen Hautrötungen sollten nach dem Verzehr von Shiitake-Pilzen gefragt werden, rät das Institut. Bei Unverträglichkeit sollten Patienten auf die Pilze verzichten. Da möglicherweise UV-Licht die Reaktionen verstärken kann, dürfen betroffene Hautstellen nicht der Sonne ausgesetzt werden.

Frühere Empfehlungen, die Pilze bei Unverträglichkeit nur gut durchgegart zu verzehren, seien falsch. Die Dermatitis trete auch nach dem Genuß gut gegarter Pilze auf.

Das BfR bittet Ärzte, Hautreaktionen durch Shiitake-Pilze zu melden bei: Dr. Axel Hahn, Tel.: 0 18 88 / 4 12 39 04, E-Mail: A.Hahn@bfr.bund.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Gala mit Herz und Verstand

Mit einer festlichen Gala hat Springer Medizin pharmakologische Innovationen und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die Preisträger vermittelten Hoffnung auf Heilung und auf Hilfe, hieß es am Donnerstagabend. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der deutschen pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »