Ärzte Zeitung, 25.04.2005

Hautreizende Substanzen sind bei Rosazea tabu

Haut wird mit Umschlägen aus Schwarztee und mit Lotio alba aquosa beruhigt / Langzeittherapie mit Metronidazol-Fertigpräparat von Vorteil

DRESDEN (grue). Wenn Erwachsene über Papeln und Pusteln im Gesicht klagen, handelt es sich oft um Rosazea und nicht um Akne. Die Unterscheidung ist wichtig, denn Rosazea-Patienten sollten zum Beispiel keine Akne-Reinigungsprodukte verwenden.

Rosazea, auch Kupferrose genannt, ist eine chronische Erkrankung der Gesichtshaut, die schubweise auftritt. Hauptsächlich sind die Hautpartien um Nase, Wangen, Kinn und Stirn betroffen.

Im Gegensatz zur Akne, die meist in der Pubertät beginnt, liegt der Erkrankungsgipfel bei Rosazea zwischen 30 und 56 Jahren. Viele Patienten haben nur flüchtige Erytheme bei Kontakt mit Triggerfaktoren, bei anderen entstehen jedoch daraus bleibende Gesichtsrötungen, Teleangiektasien und unschöne Hautveränderungen.

"Die meisten Rosazea-Patienten brauchen irgendwann eine spezielle kontinuierliche Therapie", sagte Professor Ulrich Amon aus Hersbruck bei der Jahrestagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft in Dresden. Dazu werde zunächst der Schweregrad der Erkrankung bestimmt und der Fettgehalt der Haut analysiert.

Bei Rosazea der Stadien 1 und 2 bestimmen Rötungen, Knötchen (Papeln) und Eiterpickel (Pusteln) das Hautbild. Alle bisher verwendeten, womöglich hautreizenden Externa sind ab Therapiebeginn tabu, "wir sprechen von einer Nulltherapie", sagte Amon auf einer Veranstaltung des Unternehmens Galderma.

Die Haut werde mit Schwarzteeumschlägen, Thermalwasser und Lotio alba aquosa beruhigt. Zusätzlich wird antibiotisch behandelt, etwa mit oralem Doxycyclin. "Damit klingen die hochakute Rötung und die Pustelbildung innerhalb von ein bis zwei Wochen ab", sagte der Dermatologe.

Es schließt sich eine Langzeitbehandlung an, die im wesentlichen aus der Anwendung Metronidazol-haltiger Gels und Cremes besteht. Bei der Verordnung ziehe er Fertigpräparate wie Metrogel® den einprozentigen Metronidazol-haltigen Magistralrezepturen vor, sagte Amon. Die fertigen Produkte hätten eine vorteilhafte Galenik und erreichten in der Dermis höhere Konzentrationen.

Ist der Rosazea-Schub abgeklungen, sind eine hypoallergene, nicht überfettende Hautpflege und ein kosmetisches Make-up erlaubt. Bewährt haben sich zusätzliche Gesichtslymphdrainagen, unter denen sich die Krankheit oft langfristig stabilisiert.

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