Ärzte Zeitung, 13.06.2005

Erfolg für Adalimumab bei Psoriasis-Arthritis

Neue Option für Psoriasis-Kranke mit Gelenkproblemen in Sicht / Effekt auch auf die Haut

WIEN (grue). Der monoklonale Antikörper Adalimumab kann die Gelenkzerstörung bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis verzögern und bessert nachhaltig die Hautläsionen. Das Mittel könnte für diese Indikation noch in diesem Jahr die Zulassungserweiterung bekommen.

Deformierte Finger und Veränderungen der Fingernägel: Das sind typische Kennzeichen der mutilierenden Psoriasis-Arthritis. Foto: Schröpl

Das Unternehmen Abbott hat Ende vergangenen Jahres die Zulassung für Adalimumab (Humira®) zur Therapie bei Psoriasis-Arthritis beantragt und möchte das Präparat für diese Indikation noch dieses Jahr auf den europäischen Markt bringen. Die ADEPT-Studie hat die Wirksamkeit von Adalimumab gegen die Gelenkbeschwerden wie auch gegen die Hautläsionen bei Psoriasis belegt.

In die Placebo-kontrollierte Studie wurden 313 Patienten mit aktiver Psoriasis-Arthritis aufgenommen. 80 Prozent von ihnen waren bereits mit Basistherapeutika vorbehandelt.

Alle Studienteilnehmer erhielten für sechs Monate jede zweite Woche eine subkutane Adalimumab-Injektion in der bei rheumatoider Arthritis üblichen Dosierung von 40 mg. Die Hälfte der Patienten bekam zusätzlich Methotrexat.

Wie Professor Philip Mease aus Seattle in den USA auf einer von Abbott unterstützten Veranstaltung beim Europäischen Rheumatologen-Kongreß in Wien berichtet hat, sprachen 58 Prozent der Patienten innerhalb von drei Monaten auf die Therapie an. Bei ihnen verringerten sich die Gelenkbeschwerden um mindestens 20 Prozent (ACR20).

Mit Placebo war das dagegen nur bei 14 Prozent der Patienten der Fall. Zwischen den Gruppen mit und ohne Methotrexat gab es keine signifikanten Unterschiede. Nach 24 Wochen erfüllte fast ein Viertel die ACR70-Kriterien.

Der Therapieerfolg hielt über die gesamte Studiendauer von sechs Monaten an. "Besonders auffällig war, daß der Antikörper auch die radiologische Progression der Psoriasis-Arthritis aufzuhalten scheint", so Mease. Bei neun von zehn Patienten sei die Krankheit nicht weiter fortgeschritten.

Wichtig ist für Mease auch der Effekt von Adalimumab auf gleichzeitig vorhandene Hautläsionen. Dieser wurde bei 140 Studienteilnehmern dokumentiert. Von den mit Adalimumab behandelten Patienten hatten dabei 42 Prozent am Ende der Studie kaum noch Hautveränderungen (PASI 90), wohingegen mit Placebo bei keinem Patienten eine so deutliche Verbesserung erzielt wurde.

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