Ärzte Zeitung, 25.08.2005

Hydrogel beschleunigt die Wundheilung

Patienten mit Verbrennungen zweiten Grades behandelt / Weniger Transplantatverluste

FRANKFURT AM /MAIN (hbr). Der Wundverschluß nach Verbrennungen und Haut-Transplantationen wird durch die Behandlung mit dem Hydrogel Repithel® beschleunigt. Außerdem ist die Zahl der Transplantatverluste geringer. Das ist durch mehrere Studien belegt.

Wundheilung bei Verbrennungen nach 8 Tagen Behandlung mit Hydrogel (links) und zum Vergleich mit Sulfadiazin-Silber (rechts). Fotos: Mundipharma

So wurde in einer Studie mit 75 Patienten nach Haut-Transplantation das Transplantat nach der Operation mit einer Fettgaze versorgt, wie Privatdozentin Dr. Karen Reimer vom Unternehmen Mundipharma bei einer Veranstaltung in Frankfurt/Main berichtet hat. 81 weitere Patienten erhielten zusätzlich zur Gaze-Abdeckung regelmäßig eine Behandlung mit dem Hydrogel, das Hydrosomen enthält.

Hydrosomen sind aus mehreren Doppelschichten körperidentischer Phospholipide aufgebaut. Zwischen den Doppelschichten ist Wasser eingelagert. Die Hydrosomen durchdringen die Wunde, lösen sich dann langsam auf und setzen dabei Wasser, Lipide und eine geringe Menge Povidon-Iod (PVP-I) als Infektionsschutz frei.

Die Ergebnisse belegen deutliche Unterschiede zwischen den beiden Therapien: Zu einem Transplantatverlust oder -teilverlust kam es nämlich bei jedem vierten der nur mit Fettgaze behandelten Patienten; bei Patienten, die zusätzlich mit dem Hydrogel behandelt wurden, war das nur bei jedem zehnten der Fall. Außerdem dauerte es bei alleiniger Therapie mit Fettgaze im Mittel 12,4 Tage, bis die Wunde abgeheilt war, und damit drei Tage länger als bei zusätzlicher Hydrogel-Therapie (9,4 Tage).

Bei Rauchern, die bekanntlich eher zu Wundheilungsstörungen neigen, sei dieser Unterschied sogar stärker ausgeprägt gewesen als bei Nichtrauchern, so Reimer. Sie führt diese Beobachtung darauf zurück, daß die beim Abbau des Hydrogels freigesetzten und bis zum Wundgrund gelangenden Phospholipide in die Zellmembran eingebaut werden, und so durch das Rauchen bedingte Membranschäden schließen können.

In einer anderen Studie hat sich das Hydrosomen-haltige Hydrogel bei 47 Patienten bewährt, die alle zwei sich ähnelnde oberflächliche zweitgradigen Verbrennungswunden hatten. Eine Verbrennungswunde wurde mit dem Hydrogel behandelt, die andere mit Sulfadiazin-Silber.

Die Wunden waren im Mittel nach zehn bis zwölf Tagen verschlossen. Dabei heilte aber bei zwei Drittel der Probanden die mit dem Hydrogel behandelte Wunde signifikant schneller ab: im Mittel um 1,4 bis zwei Tage.

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