Ärzte Zeitung, 06.12.2005

Intermittierende Ciclosporin-Therapie lindert schwere Psoriasis

Neun von zehn Patienten sprechen auf eine Kurzzeit-Intervalltherapie mit dem Immunsuppressivum an / Hautbefund bessert sich rasch

BUDAPEST (grue). Bei Patienten mit ansonsten therapieresistenter Psoriasis kann mit Ciclosporin oft noch ein Erfolg erzielt werden. Neun von zehn Patienten mit einer solchen schweren Erkrankung sprechen auf eine Kurzzeit-Intervalltherapie mit Ciclosporin an.

Ausgedehnte Plaque-Psoriasis am Oberkörper. Helfen gängige Therapien hier nicht, ist auch Ciclosporin eine Option. Foto: ÄZ

Darauf hat Professor Ulrich Mrowitz von der Universität Kiel hingewiesen. "Ciclosporin ist eine der wirksamsten Substanzen zur Behandlung von Patienten mit schwerer Psoriasis", sagte der Dermatologe bei einer Veranstaltung des Unternehmens Novartis in Budapest.

Er bevorzuge die Kurzzeittherapie mit Ciclosporin (vom Unternehmen etwa als Immunosporin® angeboten) in einer Dosierung von anfangs 2,5 mg pro Kilogramm Körpergewicht täglich, die langsam auf 5 mg/kg/Tag erhöht wird und höchstens zwölf Wochen dauert. "Damit bessert sich der Hautbefund innerhalb kurzer Zeit", berichtete Mrowitz.

Das Präparat wird zweimal täglich eingenommen und kann auch mit anderen Substanzen kombiniert werden. Bei einer durchschnittlichen Remissionsdauer von dreieinhalb Monaten hat sich eine intermittierende Therapie bewährt, die auch die Lebensqualität der Patienten nachhaltig bessert.

Nur schwer kranke Patienten bräuchten eine Langzeittherapie, die bei regelmäßiger Kontrolle von Nierenfunktion und Blutdruck aber auch problemlos möglich sei, sagte Mrowitz. "Ciclosporin ist ein seit langem bekanntes und gut erforschtes Immunsuppressivum, das relativ einfach und sicher in der Anwendung ist".

Die Patienten sollten aber während der Behandlung keine Sonnenbäder nehmen, da UV-Strahlung - ebenso wie eine vorausgegangene PUVA-Therapie - das Hautkrebsrisiko erhöht. "Die Dermatologen haben mit Cicloporin ein effektive Substanz zur Behandlung bei entzündlichen und immunbedingten Dermatosen in der Hand", so Mrowitz.

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