Ärzte Zeitung, 28.08.2006

Warnung vor dunklem Haarfärbemittel

Starker Juckreiz und Rötungen an Kopf- und Gesichtshaut durch p-Phenylendiamin

Die Beschwerden können dramatisch sein und erst nach Wochen oder Monaten wieder abklingen: Prof. Thomas Fuchs, Allergologe an der Universität Göttingen.
Foto: pid

GÖTTINGEN (pid). Dunkle Haarfärbemittel können schwerste Kontaktallergien auslösen. "Die Beschwerden können dramatisch sein", warnt der Allergologe Professor Thomas Fuchs von der Universitätshautklinik Göttingen.

Einige Tage nach dem Färben entstehen an Kopf- und Gesichtshaut starker Juckreiz, Rötungen oder Schwellungen, manchmal bilden sich auch Bläschen und Knoten. Bis die Beschwerden wieder abklingen, können Wochen oder Monate vergehen.

Auslöser der Allergie ist die Substanz p-Phenylendiamin (p-PD). Hersteller verwenden diesen Stoff, weil er intensivere Farbe, gute Farbdeckung und hohe Beständigkeit der Farbe gewährleistet. Die Substanz steht bereits seit längerem im Verdacht, Hauptursache für viele allergische Reaktionen zu sein. Friseure sollten daher beim Kontakt mit Haarfärbemitteln immer Handschuhe tragen, sagt Fuchs: "Sonst ist eine Kontaktallergie fast programmiert."

Kürzlich habe eine neue spanische Studie ergeben, daß mehr als die Hälfte aller beruflichen Hautprobleme bei Friseuren auf p-PD zurückzuführen seien. Nicht selten müssen Betroffene ihren Beruf aufgeben. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienste und Wohlfahrtspflege hat allein in den vergangenen drei Jahren in über 160 Fällen derartige Allergien bei Friseuren als Berufskrankheit anerkannt.

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