Ärzte Zeitung online, 05.08.2008

Jährlich verbrennen sich mehrere tausende Grillfreunde sehr schwer

MÜNCHEN (eb). Wegen Verbrennungen, die sie sich beim Grillen zugezogen haben, müssen bundesweit pro Jahr mehrere tausend Menschen im Krankenhaus behandelt werden. Bis zu 650 von ihnen müssen auf die Intensivstation. Wann reicht bei Grillunfällen ambulante Hilfe aus, und wann müssen Patienten ins Krankenhaus?

Foto: R.R.Hundt©www.fotolia.de

Bei Verbrennungen - insbesondere des Gesichts - muss immer auch an ein Inhalationstrauma gedacht werden, also an das Einatemen giftigen Rauchs. Diese Patienten gehören in ein Spezialzentrum. Darauf hatte bereits im vergangenen Jahr Dr. Andreas Gohritz von der Medizinischen Hochschule Hannover bei einem Chirurgenkongress erinnert.

Jeder Patient mit größeren Wunden gehört ins Krankenhaus, betonen Chirurgen. Denn ab Verbrennungsgrad 2b tragen Chirurgen - je nach Gesamtzustand des Verletzten - frühzeitig Nekrosen ab und transplantieren Haut. Beim Verbrennungsgrad 2b bilden sich Blasen auf hellem Untergrund, und die Patienten haben Schmerzen.

Nach Gohritz' Angaben passieren 2000 bis 3000 Grillunfälle pro Jahr. Bis zu 600 Patienten müssen auf Intensivstationen. Brandbeschleuniger wie Benzin oder Brennspiritus sind die häufigsten Verursacher. Bei der schlagartigen Verbrennung der Substanzen kann eine Hitzeentwicklung bis zu 1800 Grad und eine bis zu zehn Meter hohe Stichflamme entstehen.

Besonders Kinder könnten leicht Opfer einer plötzlichen Verpuffung oder Stichflamme werden, so der bayerische Umwelt- und Gesundheitsminister Otmar Bernhard (CSU) in einer aktuellen Mitteilung des Ministeriums. Sie sollten vom Grill fern gehalten werden.

Unachtsamkeit, Unbekümmertheit oder falsche Anwendung von Substanzen, die das Grillfeuer anheizen sollen, sind häufige Ursachen. Löschutensilien wie Eimer mit Wasser oder Sand und eine Decke zum Ersticken von Flammen sollten in Griffweite sein.

Welche Verbrennungsgrade es gibt, und wie abhänig davon behandelt wird, lesen Sie hier: Grillunfall - wann reicht ambulante Hilfe?

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