Ärzte Zeitung online, 18.11.2009

Neuer Typ von Immunzellen zur Entzündungsregulierung entdeckt

NEUHERBERG (eb). Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums und der TU München haben eine neue Art von Immunzellen entdeckt. Die sogenannten Th22-Zellen können den Körper vor Entzündungen schützen und die Wundheilung unterstützen.

Die neu entdeckten Th22-Zellen sind eine bisher unbekannte Untergruppe von T-Helferzellen. T-Helferzellen sind weiße Blutkörperchen, die dazu beitragen, andere Immunzellen zu aktivieren, wenn der Körper von Viren oder Bakterien befallen wird. Gleichzeitig helfen sie, eigenes Gewebe zu tolerieren, Entzündungen zu verhindern oder diese einzudämmen (Journal of Clinical Investigation, online vorab, November 2009).

Die Forscher entdeckten die Th22-Zellen bei der Analyse von Hautproben von Patienten mit Psoriasis, atopischem Ekzem und allergischer Kontakt-Dermatitis. "Bei der Gewebeuntersuchung fielen uns T-Zellen auf, die primär durch das Signalmolekül Interleukin-22 (IL-22) charakterisiert sind", erklärt die Erstautorin der Studie Dr. Stefanie Eyerich.

Th22-Zellen können zur Wundheilung beitragen. Gleichzeitig warnen sie unsere Hautzellen vor Umweltgefahren und regen diese dazu an, sich selbst zu schützen. Sie können zudem helfen, die Barriere der Haut und möglicherweise auch der Lunge zu stärken, indem sie Zellen anregen, mehr Kollagen zu produzieren.

"Wir halten die Entdeckung der Th22-Zellen für einen Meilenstein in der Immunologie, der einen neuen Ausgangspunkt für die künftige Behandlung von chronischen Entzündungserkrankungen wie Ekzeme, Sklerodermie, Asthma oder COPD bietet", erklärt Professor Heidrun Behrendt von der TU München.

Zum Volltext der Originalpublikation "Th22 cells represent a distinct human T cell subset involved in epidermal immunity and remodeling"

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