Ärzte Zeitung online, 11.02.2010

Zusammenhang zwischen Neurodermitis und Auffälligkeiten bei Kindern

NEUHERBERG (eb). Neurodermitis in der frühen Kindheit kann die psychische Verfassung im späteren Leben beeinflussen.Das zeigt eine umfassende Geburtenkohortenstudie, in der Forscher 5991 Kinder untersuchten, die zwischen 1995 und 1998 geboren waren.

Kinder, die während ihrer ersten beiden Lebensjahre an einer Neurodermitis litten, zeigen im Alter von zehn Jahren häufiger psychische Auffälligkeiten, vor allem emotionale Probleme, als Gleichaltrige. Dies fanden Forscher unter Leitung von Dr. Jochen Schmitt der Uniklinik Dresden, Dr. Christian Apfelbacher (Uniklinik Heidelberg) und Dr. Joachim Heinrich des Helmholtz Zentrums München heraus. Dies deutet darauf hin, dass die Neurodermitis einer unausgeglichenen psychischen Konstitution von Kindern vorausgehen und sie fördern kann, so Heinrich.

Kinder, deren Neurodermitis über das Säuglingsalter hinaus bestand, seien zudem von psychischen Auffälligkeiten noch häufiger betroffen als Kinder, die ausschließlich eine Neurodermitis im Säuglingsalter hatten (Journals of Allergy and Clinical Immunology 125, 2010, 404).

Die Autoren der Studie empfehlen deshalb, das Auftreten einer Neurodermitis in der Krankheitshistorie von Kindern als Hinweis auf mögliche spätere psychische Probleme zu werten, selbst wenn die eigentliche Erkrankung im Verlauf der Kindheit abklingt.

Abstract der Studie: "Infant-onset eczema in relation to mental health problems at age 10 years: Results from a prospective birth cohort study (German Infant Nutrition Intervention plus)"

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