Ärzte Zeitung online, 18.08.2010

Bier ist schlecht für die Haut

BOSTON (hub). Alkoholkonsum erhöht das Psoriasis-Risiko um über 70 Prozent - und das dosisabhängig. Das gilt jedoch nicht für alle Alkoholika.

Bier ist schlecht für die Haut

Vorsicht, Bier-Liebhaber: der Gerstensaft erhöht offenbar das Risiko für Schuppenflechte.

© Essex Pharma

In einer Auswertung der Nurses‘ Health Study II mit über 100 000 Teilnehmerinnen wurde untersucht, in wie weit das Risiko für eine Psoriasis (Schuppenflechte) von der konsumierten Alkoholmenge abhängt (Arch Dermatol online). Die Frauen wurden je nach der Menge des Alkoholkonsums in Gruppen eingeteilt. Jene, die keinen Alkohol tranken waren etwas dicker als die Konsumenten des Genussmittels: Der mittlere BMI lag bei 24,8 versus 23,4. Dafür war der Anteil von Raucherinnen oder ehemaligen Raucherinnen in der Alkoholgruppe deutlich höher (41 versus 24 Prozent). Die Frauen waren im Mittel etwa 36 Jahre alt.

Die Ergebnisse: Bei einem bis zu zwei Drinks pro Woche war das Psoriasis-Risiko um etwa 20 Prozent erhöht - im Vergleich zu abstinenten Frauen. Ein geringerer Alkoholkonsum hatte keinen Einfluss auf das Psoriasis-Risiko. Bei mehr als zwei Drinks pro Woche war das Risiko für Schuppenflechte nach den Studienergebnissen um 72 Prozent erhöht.

Dabei stellte sich heraus, dass nicht die Alkoholmenge an sich entscheidend für das Psoriasis-Risiko ist, sondern die Art des Getränkes. Die Forscher fanden nämlich nur einen Zusammenhang mit Vollbier, nicht jedoch mit Leichtbier, Weißwein, Rotwein oder Likör. Vollbier war das einzige Getränk, dass das Psoriasis-Risiko erhöhte: bei fünf oder mehr Bieren pro Woche um 80 Prozent.

Die Forscher haben sich in der Diskussion ihres Artikels auch gefragt, was denn nun Besonderes im Bier enthalten sei und den Beginn einer Psoriasis fördern könne. Als Antwort bieten sie die Stärke aus Gerste als Basis der alkoholischen Vergärung an. Gerstenstärke enthalte bekanntlich Gluten, dessen Beziehung zur Psoriasis bereits in anderen Studien gezeigt wurde.

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