Ärzte Zeitung, 20.10.2010

Zehn neue Risiko-Gene für Psoriasis identifiziert

Forscher haben Genvariationen entdeckt, die vermehrt bei Psoriasis-Patienten, selten aber bei Gesunden vorkommen.

NEU-ISENBURG (eb). In drei Studien zu den Ursachen der Psoriasis haben Wissenschaftler aus Deutschland, Kanada, den USA und China insgesamt zehn neue Risiko-Gene für Psoriasis entdeckt. In der deutschen Studie mit mehr als 14 500 Studienteilnehmern, etwa 6500 Psoriatikern und etwa 8000 Gesunden, wurde erstmalig in einem Gen (TRAF3IP2) eine Genvariante gefunden, die die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Psoriasis erhöht (Nature Genetics online).

Unter den 2,3 Millionen untersuchten Genvariationen (SNPs, single-nucleotide polymorphisms) ist den Forschern ein bisher unbekannter SNP aufgefallen, der im Genom eine Protein verändernde Mutation verursacht, die ermehrt bei Psoriasis-Patienten und seltener bei Gesunden zu finden ist und eine erhöhte Anfälligkeit für Psoriasis und Psoriasis-Arthritis bewirkt.

Zudem wurden in Kooperation mit einer US-amerikanischen und einer chinesischen Forschergruppe neun weitere Gene entdeckt, die das Risiko für Psoriasis erhöhen.

"Die neu gewonnenen Erkenntnisse helfen uns, die Krankheit besser zu verstehen, und sie geben Pharmafirmen die Möglichkeit, bereits jetzt gezielter Therapien und Medikamente zu entwickeln", sagt Professor André Franke vom Institut für Klinische Molekularbiologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Resistenzen behindern Kampf gegen Tuberkulose

Tuberkulose ist in Deutschland relativ selten – ganz eliminieren lässt sich die Infektionskrankheit aber noch immer nicht. Zu schaffen machen die Resistenzen. mehr »

Medi24 drängt kostenlos in den Markt

Ein großer schweizer Anbieter telefonischer Arztkontakte lockt zur Markteinführung mit einem besonderen Angebot: Patienten sollen kostenfrei via Telefon medizinischen Rat erhalten. mehr »

Bluttest auf Brustkrebs keine Revolution

Ein Bluttest auf Brustkrebs komme noch dieses Jahr auf den Markt, verkündete vor kurzem die Uniklinik Heidelberg – und erntete heftige Kritik. Nun rudert sie zurück. mehr »