Ärzte Zeitung online, 28.12.2010
 

Nickelallergie trübt Freude über neues Schmuckstück

Modeschmuck mit zu hohem Nickelgehalt kann bei entsprechend sensibilisierten Menschen zu allergische Reaktionen auf der Haut führen. Damit sich diese zurückbilden, reicht es meist aus, das Schmuckstück nicht mehr anzulegen.

Nickelallergie trübt Freude über neues Schmuckstück

Lagen schicke Ohrringe unter dem Weihnachtsbaum? Hoffentlich ist kein Nickel drin.

© do

EUSKIRCHEN (eb). Die Freude über eine neue Halskette, neue Ohrringe oder einen neuen Armreif oder Ring unter dem Weihnachtsbaum ist unter Umständen von kurzer Dauer. Besonders nickelhaltiger Modeschmuck kann allergische Reaktionen auf der Haut auslösen, warnt der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD).

Zwar ist die Verwendung von Nickel seit fast 20 Jahren in der "Bedarfsgegenständeverordnung" gesetzlich genau geregelt, doch gibt es immer wieder Schwarze Schafe, die die zulässigen Grenzwerte im Modeschmuck oder auch in Reißverschlüssen deutlich überschreiten. Vor allem Billigschmuck aus Asien weise häufig einen erhöhten Nickelgehalt auf, so Dr. Andreas Jesper, niedergelassener Dermatologe in Lüdenscheid und BVDD-Mitglied.

Jesper schätzt, dass in Deutschland über vier Millionen Mitbürger gegen Nickel sensibilisiert sind. Typische Hautreaktion bei nickelhaltigem Modeschmuck sind Rötung, Knötchen, Bläschen und Juckreiz, die erfahrungsgemäß nach etwa ein bis vier Tagen auftreten. Die Symptome klingen meist nach wenigen Tagen wieder ab, wenn man das Schmuckstück nicht weiter trägt. Verschwinden die Symptome wider Erwarten jedoch nicht oder werden sogar stärker, sollte ein Hautarzt konsultiert werden.

Bei einer Nickelallergie ist die Karenz die einzige Therapie, eine Hyposensibilisierung, wie sie etwa gegen Pollen möglich ist, gibt es nicht. Zur Akutherapie kann für kurze Zeit eine Behandlung des betroffenen Hautareals mit einer kortisonhaltigen Creme erfolgen. Die Befürchtung von Patienten, dass sich dadurch eine Pergamenthaut bildet, ist bei kurzer Anwendung unbegründet, betont der Dermatologe.

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