Ärzte Zeitung, 18.11.2011

Papeln am Kinn und Juckreiz: typisch Pinselwarzen

Humane Papillomaviren (HPV) können Pinselwarzen verursachen. Es gibt vielfältige Therapieoptionen einschließlich einer photodynamischen Behandlung.

Von Joachim Dissemond

Ein 32-jähriger Mann bemerkte beim Rasieren eine hautfarbene Papel am Kinn, die nach der Nassrasur zu bluten begann.

In den nächsten Wochen sind zahlreiche neue Papeln entstanden, die teilweise rasch eine exophytische Oberfläche entwickelten. Zusätzlich bestand in dem betroffenen Areal ein diskreter Juckreiz.

Bei der Untersuchung zeigten sich im Bereich des Kinns mehr als 20 Papeln, von denen zirka zehn ein exophytisches Wachstum aufweisen. In der Umgebung der Papeln besteht ein diskretes Erythem.

Kutane HPV-Infektion

Dieses Bild ist typisch für Verrucae filiformes, auch Pinselwarzen oder filiforme Viruswarzen genannt.

Verursacht werden diese benignen, umschriebenen Epithelhyperplasien durch eine kutane Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV). Die Inkubationszeit kann bis zu 20 Monate betragen.

Prädisponierende Faktoren für das Auftreten von Viruswarzen sind eine Hyperhidrose, eine Immunsuppression oder Atopie.

Bei dem jungen Mann konnte die Diagnose histologisch gesichert werden. Durch die Hautverletzungen bei der Rasur war es zu einer weiteren Verbreitung der Warzen als Autoinokulation gekommen.

Etliche Therapiemöglichkeiten

Eine oberflächliche Exzision der Warzen ist zwar möglich, die lokale Nachbehandlung ist dann allerdings zwingend erforderlich.

Neben physikalischen Methoden (Kryo-, Lasertherapie) stehen unter anderem Lösungen mit 5-Fluorouracil, Salizylsäure oder Eisessig zur Verfügung.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind beispielsweise die photodynamische Therapie oder die topische Applikation von Imiquimod.

Zur Person: Professor Joachim Dissemond ist Facharzt für Dermatologie und Allergologe; er ist seit dem Jahre 2003 als Oberarzt an der Klinik für Dermatologie der Universitätsklinik Essen tätig.

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