Ärzte Zeitung, 15.12.2011

Sensormatte mit "Gefühl" verhindert Dekubitus

MAGDEBURG (eb). Wer im Rollstuhl sitzt oder dauerhaft bettlägerig ist, läuft Gefahr, einen Dekubitus zu entwickeln. Pflegekräfte oder Angehörige müssen das ständig im Blick behalten.

Diese Aufgabe könnte künftig eine neu entwickelte Sensormatte übernehmen: Forscher des FraunhoferInstituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg bringen textilen Polstern das ‚Fühlen‘ bei, indem sie diese mit intelligenter Sensorik ausstatten.

"Jeder Mensch hat einen individuellen Körperbau, der unterschiedlichen Druckbelastungen standhalten muss", wird Martin Woitag, Wissenschaftler am IFF, in einer Mitteilung des Instituts zitiert.

"Unsere aus herkömmlichem Schaumstoff und leitfähigen Garnen bestehende Sensormatte erfasst automatisch, wie eine Person sitzt oder liegt, und sorgt an den gefährdeten Stellen ebenso automatisch für Druckausgleich, indem eine Aktorik angesteuert wird", sagt er. Hierfür reichten hundert Messpunkte auf einer typischen Sitzfläche aus.

Plattenkondensator

Der Trick: Die taktile Sensormatte funktioniert nach dem Prinzip eines Plattenkondensators. Anstelle von Platten werden zwei textile Komponenten verwendet, die matrixförmig angeordnete Sensorzellen bilden.

Ein leitfähiges Garn fungiert als Elektrode. Hinzu kommt ein Schaumstoff, in dem im Abstand von vier Zentimetern Sensorzellen angebracht sind. Wird eine einzelne Zelle zusammengedrückt, ändert sich die Spannung - ein elektrischer Impuls entsteht.

Eine an das Sensorsystem angeschlossene Messelektronik wertet die Daten in Echtzeit aus, bewertet sie und reguliert Luftkissen, die sich unter dem Sensorsystem befinden.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »