Ärzte Zeitung, 16.01.2004

Knöchel-Arm-Index zu ermitteln ist ein Klacks

Blutdruckmanschette und Palpation reichen, um Prognose bei arterieller Verschlußkrankheit einzuschätzen

STOCKHOLM (gwa). Jeder Hausarzt kann ganz einfach den Knöcheldruck für den Knöchel-Arm-Index bestimmen: mit Blutdruckmanschette und Palpation. Eine Doppler-Untersuchung ist nicht nötig. Der Index behält trotzdem seine Prognosekraft.

Zunächst wird eine Stelle bestimmt, an der der Fußpuls gut zu tasten ist. Eine Blutdruckmanschette wird in Knöchelhöhe über den systolischen Druck aufgepumpt und die Luft dann langsam wieder abgelassen. Der Druck wird abgelesen, wenn der Puls wieder tastbar ist. Das wird an beiden Füßen gemacht. Für den Knöchel-Arm-Index wird dann der kleinere systolische Knöcheldruck durch den Armdruck geteilt.

Daß mit dieser vereinfachten Bestimmung ebenfalls sicher diejenigen Patienten mit AVK identifiziert werden können, die ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen haben, belegte das Team um Dr. Jan B. Östergren vom Karolinska Hospital in Stockholm bei den mehr als 9000 Patienten der HOPE-Studie (European Heart Journal 25, 2004, 17).

In ihrer Untersuchung, in der der Knöcheldruck palpatorisch bestimmt wurde, fanden die Kollegen, daß die Raten kardiovaskulärer Komplikationen (Kombination aus Herzinfarkt, Schlaganfall oder kardiovaskulärer Tod) bei einem normalen Index über 0,9 bei 13 Prozent lagen, bei Werten unter 0,9 jedoch 18 Prozent.

Sie ähneln denen aus Studien, in denen der Index mit Dopplersonographie am Fuß bestimmt wurde. Die Autoren folgern daraus, daß die beiden Methoden gleichwertig sind.

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