Ärzte Zeitung, 09.03.2005

Ist regelmäßiges Lachen gut für Herz und Gefäße?

Blutfluß im Arm gemessen

ORLANDO (ddp). Aus einer Studie gibt es jetzt erste Hinweise: Lachen kann die Durchblutung verbessern und somit Herz-Kreislauf-Krankheiten vorbeugen. Streß hingegen verlangsamt den Blutfluß und könnte damit das Risiko für diese Erkrankungen erhöhen.

Das haben Wissenschaftler der Universität von Maryland in Baltimore im US-Staat Maryland herausgefunden. Die Forscher um Michael Miller haben ihre Ergebnisse in Orlando vorgestellt.

Die Wissenschaftler ließen 20 gesunde Probanden in einem Abstand von mindestens 48 Stunden jeweils einen Abschnitt aus einer Komödie und einem Kriegsdrama sehen. Sowohl vor als auch nach dem Film überprüften die Wissenschaftler bei jedem Studienteilnehmer die Durchblutung der Hauptschlagader des Oberarms per Ultraschall.

Bei 19 Testpersonen war, nachdem sie die Komödie gesehen hatten, der Blutfluß beschleunigt. Nach dem Kriegsdrama verschlechterte sich bei 14 die Durchblutung. Beide Effekte ließen sich noch mindestens 30 bis 45 Minuten nach dem Ende des Films nachweisen.

Durch das Lachen dehnt und erweitert sich das Endothel, vermuten die Forscher. Welche molekularen Faktoren die positiven Effekte beim Lachen hervorrufen, ist den Forschern bisher nicht bekannt. Das Gas Stickstoffmonoxid NO könnte einer dieser Faktoren sein. NO wirkt bekanntlich relaxierend auf das Endo-thel.

Mentaler Streß könnte zu einer Abnahme von Stickstoffmonoxid und so zu einer Verengung der Blutgefäße führen. Für ein stabiles Herz-Kreislaufsystem empfehlen die Wissenschaftler außer regelmäßiger sportlicher Betätigung, jeden Tag mindestens 15 Minuten lang zu lachen.

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