Ärzte Zeitung, 01.04.2005

Neue Software ermittelt kardiovaskuläres Risiko

Programm berücksichtigt besonders den Lebensstil

MANNHEIM (gvg). Auf dem Deutschen Kardiologenkongreß in Mannheim wurde mit einer neuen Software ein Hilfsmittel für die Ermittlung des kardiovaskulären Risikos vorgestellt. Faktoren des individuellen Lebensstils erhalten darin ein größeres Gewicht als bisher.

Die Software CARRISMA wurde unter der Regie von Professor Helmut Gohlke aus Bad Krozingen entwickelt. Bei der Risikoabschätzung berücksichtigt das Programm außer den klassischen Risikofaktoren auch das Ausmaß der körperlichen Aktivität, die Ernährungsgewohnheiten, den Body Mass Index (BMI) und die Zahl der täglich gerauchten Zigaretten.

    Das Programm berechnet Risiko strenger als die Scores.
   

Wenn man CARRISMA zur Risikoermittlung nutzt, legt man zunächst einen der drei Risiko-Scores PROCAM, Framingham oder ESC als Grundlage für die Berechnungen fest. Danach werden die Lebensstilfaktoren erfaßt, auf deren Basis das PROCAM-, ESC- oder Framingham-Risiko individuell modifiziert wird.

Dabei könne es zu erheblichen Abweichungen vom traditionell ermittelten Risiko kommen, wie Gohlke betonte. "Ein 40jähriger Mensch, der im PROCAM-Score ein Zehn-Jahresrisiko für ein kardiovaskuläres Ereignis von sieben Prozent hat, kann bei CARRISMA 25 Prozent erreichen, wenn er viel raucht und stark übergewichtig ist", so Gohlke.

Damit käme er in einen Bereich, wo eine medikamentöse Therapie erwogen werden müsse. Eine prospektive Validierung von CARRISMA erfolgt gerade in der Primärpräventionsstudie PräFord.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

"Die Haltung der Kassen ist irrational"

Die Vertragsärzte kauen schwer am schwachen Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2018. Es sei fraglich, ob der aktuelle Mechanismus auf Dauer ein geeignetes Preisfindungsinstrument sei, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »