Kardiologie

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Modul: Akute und chronische Herzinsuffizienz

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Ärztliche Allgemeine, 26.05.2005

Schutz und Entlastung für kranke Herzen

Körperliche Bewegung gilt heute bei vielen chronischen Krankheiten, auch denen des Herzens, als wichtige Säule der Therapie. Was etwa bei Hypertonie, bei KHK und bei Herzschwäche angemessen ist, was nützt und was schaden könnte, wird individuell ermittelt.

Angemessen moderates Training auf dem Standfahrrad wird auch für Herzpatienten empfohlen. Foto: imago

Mehr körperliche Bewegung -  das sollte eine Grundlage der Therapie für viele Patienten mit chronischen Krankheiten sein. Dabei hat sich, gerade was körperliche Bewegung bei Herzerkrankungen betrifft, in den letzten Jahrzehnten besonders viel getan.

Die Existenz von mittlerweile fast 6300 Herzsportgruppen in Deutschland ist nur ein Beleg dafür. Lungensportgruppen gibt es im Vergleich dazu erst rund 450. Herz und Sport - das ist geradezu ein Paradebeispiel dafür, wie große internistische Erkrankungen durch eine Lebensstiländerung beeinflußt werden können.

So hilft körperliche Bewegung langfristig dabei, erhöhten Blutdruck zu senken, durchaus in der gleichen Größenordnung wie ein Antihypertensivum. Es kommt allerdings auf die richtige Sportart an, die adäquate Belastung und die am besten geeignete blutdrucksenkende Medikation.

Mehr körperliche Bewegung heißt heute die Botschaft auch bei chronischer Herzinsuffizienz. Hier hat sich ein völliger Wandel vollzogen: Training statt Schonung ist heute die Devise. Denn Inaktivität ist als eigenständiger kardiovaskulärer Risikofaktor bei Herzinsuffizienz erkannt worden. Durch körperliches Training jedoch werden Sterberaten und Raten von Behandlungen im Krankenhaus vermindert.

Koronarer Herzkrankheit ist oft ein Lebensstil vorangegangen, bei dem körperliche Bewegung kaum eine Bedeutung hatte. Kardiovaskuläre Risikofaktoren und Übergewicht haben dann der KHK den Weg gebahnt. Doch auch, wenn sie bereits besteht, kann körperliche Aktivität davor bewahren, vorzeitig zu sterben. Gründliche Untersuchungen vor Trainingsbeginn, eine dem persönlichen Risiko angemessene Belastungsintensität und einige weitere Maßnahmen helfen, das Risiko für einen plötzlichen Herztod gering zu halten.

Auch Patienten mit Herzklappenfehlern oder Herzklappenersatz sind nicht generell von körperlicher Aktivität ausgeschlossen. Ob Sport erlaubt ist und welcher, hängt immer von den individuellen Befunden und der Schwere der Erkrankung eines Herzklappen-Patienten ab. (Rö)

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