Ärzte Zeitung, 20.06.2005

Verheißt Akne Kardioprotektion?

Assoziation mit reduzierter KHK-Sterblichkeit in neuer Studie festgestellt

BRISTOL (ob). Wer sich aufgrund von Akne-Problemen in der Pubertät ästhetisch benachteiligt fühlt, ist in anderer Hinsicht möglicherweise im Vorteil. Britische Forscher haben jetzt Anhaltspunkte dafür gefunden, daß jugendliche Akne einen gewissen Schutz vor Koronarerkrankungen signalisieren könnte.

Welcher Zusammenhang zwischen dem Androgen Testosteron und kardiovaskulären Erkrankungen besteht, ist noch immer unklar. Um Licht in die Sache zu bringen, haben Forscher nun in der "Glasgow Alumni Kohortenstudie" untersucht, ob das Auftreten von Akne als Indikator für eine erhöhte Androgen-Aktivität Einfluß auf die Mortalität hat (Am J Epidemiol 2005, 161, 1094).

Ein Team um Dr. Bruna Galobardes aus Bristol in Großbritannien hat dazu in der zentralen Datenbank des National Health Service das Schicksal von über 11 000 männlichen Studenten nachverfolgt, die im Zeitraum zwischen 1948 und 1968 an der Universität Glasgow eingeschrieben waren und damals einem Gesundheits-Check unterzogen worden waren.

Bis zum Jahr 2004 konnten auf diese Weise 1315 Todesfälle ermittelt werden. Von den meisten der noch lebenden Ex-Studenten wurden zudem weitere Informationen per Fragebogen eingeholt, etwa zu bestehenden Risikofaktoren.

Das Ergebnis: In der Gruppe der Personen, die über Akne-Entwicklung im frühen Erwachsenenalter berichteten (18 Prozent), war die Gesamtmortalität um elf Prozent niedriger als in der Gruppe ohne Hautprobleme. Noch deutlicher war der Unterschied bei der KHK-bedingten Sterblichkeit, deren Rate in der vormals von Akne-Pickeln geplagten Gruppe sogar um 33 Prozent niedriger war.

Die Sterblichkeit infolge Prostata-Karzinom schien nach den in dieser Studie erhobenen Daten dagegen höher zu sein.

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