Kardiologie

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Modul: Akute und chronische Herzinsuffizienz

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Ärzte Zeitung, 12.12.2005

Plädoyer für schärfere Diagnostik bei Nierenkranken

Störungen im Kalzium-Phosphat-Stoffwechsel etwa erhöhen das Herz-Kreislauf-Risiko / 60 000 chronisch dialysepflichtige Kranke in Deutschland

MANNHEIM (bd). Chronisch Nierenkranke haben auch ein sehr hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das gelte nicht nur für Dialysepatienten, sondern bereits für Patienten in früheren Stadien des Nierenleidens, erinnerte Professor Helmut Reichel aus Villingen-Schwenningen im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Aus großen Studien mit über einer Million Teilnehmer wisse man, daß auch nach Berücksichtigung anderer Faktoren für die Nierenkranken noch ein vier- bis fünffach erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen im Vergleich zu Nierengesunden bestehe.

Außer den bekannten Risikofaktoren wie hoher Blutdruck und hohe Blutfettwerte seien hierfür vor allem ein gestörter Kalzium-Phosphat-Stoffwechsel, oxidativer Streß und eine sympathische Aktivierung infolge des Nierenleidens ursächlich.

Der Nephrologe appellierte beim Nephrologischen Jahresgespräch des Verbandes Deutscher Nierenzentren der DDnÄ e.V. in Mannheim, dieses erhöhte Herz-Kreislauf-Risiko zu berücksichtigen und präventiv aggressiver zu therapieren.

    Rate der Komplikationen ist bis um den Faktor fünf erhöht.
   

Als entscheidend für den Verlauf einer chronischen Nierenerkrankung wertete es Reichel, wie früh Patienten von einem Facharzt behandelt werden. Das sollte nicht erst geschehen, "wenn die Kreatininwerte bei 4 bis 5 liegen". Reichel empfahl bereits eine Abklärung, wenn bei Urintests Eiweiß und/oder Blut auffallen.

Für chronisch dialysepflichtige Patienten wird Mitte kommenden Jahres ein strukturiertes Erfassungssystem zur Qualitätssicherung eingeführt, in das alle gesetzlich versicherten Patienten aufgenommen werden sollen, kündigte die Sprecherin des Verbandes, Rosemarie von Strombeck an. Mit diesem Erfassungssystem nähmen die Nephrologen eine Vorreiterrolle ein, betonte sie.

Nach Angaben des Verbandes leben in Deutschland 60 000 chronisch dialysepflichtige Patienten und 20 000 Patienten, denen eine Niere transplantiert wurde. Etwa die Hälfte aller chronisch dialysepflichtigen Patienten werden in Einrichtungen des Verbandes dialysiert, der in diesem Jahr sein 25. Jubiläum feiert. Derzeit betreuen 685 dem Fachverband angeschlossene Fachärzte ihre Patienten in mehr als 500 nephrologischen Praxen oder Dialysezentren.

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