Ärzte Zeitung, 19.02.2007

Biologische Herzklappe - getackert, nicht genäht

Der Eingriff ist schonender als die bisherige Technik / Neue Konstruktion führt zu verminderter Beanspruchung

BRAUNSCHWEIG (eb). Ein neuartiges biologisches Herzklappensystem ist erstmals einem 71-Jährigen eingesetzt worden. Die Herzklappe wird dabei getackert statt genäht.

Entwickelt hat das neue biologische Herzklappensystem "Arbor Trilogy Aortic Valve System" Privatdozent Wolfgang Harringer vom Klinikum Braunschweig zusammen mit zwei Deutschen Universitätskliniken und einem US-Unternehmen.

Bei dem neuen Verfahren wird die Herzklappe statt mit Nähten mit kleinen Klammern befestigt, wie das Klinikum mitgeteilt hat. Die kritische Op-Dauer am stillgelegten Herzen kann um die Hälfte auf eine Viertelstunde reduziert werden. Der Eingriff ist damit schonender.

In einer Studie soll nun die Sicherheit für die Patienten bewertet werden. Die Arbor-Aortenklappe könnte einer natürlichen Aortenklappe im Bewegungsablauf und in ihrer Leistung näher kommen und diese besser ersetzen als derzeit verfügbare biologische Herzklappen, heißt es in der Pressemitteilung. Labor- und Tierversuche hätten belegt, dass der Blutfluss durch die Klappe mindestens so gut sei, wie bei zugelassenen Klappen. Aufgrund der neuen Klappen-Konstruktion könnte der Blutfluss möglicherweise sogar verbessert werden.

Der Hauptunterschied besteht im Aufbau des Klappenringes. Bisher verwendete Klappen haben einen einteiligen Ring, in dem das Gewebe in Form dreier Klappensegel fixiert ist. Die neue Klappe hat drei separate Stützstrukturen, durch die sich die Klappensegel unabhängig voneinander bewegen, was zu verminderter Beanspruchung führt.

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