Kardiologie

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Diabetes und Herzinsuffizienz – Update 2017

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie

Thrombose/Schlaganfall

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Thromboembolische Ereignisse bei Adipositas – Leitsymptome schwerer erkennbar

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 02.10.2007

"Pioglitazon wirkt kardioprotektiv"

In Studie mit dem Glitazon 30 Prozent weniger Re-Infarkte / Glykämische Kontrolle und bessere Lipidregulation

DÜSSELDORF (nsi). Ärzte, die bei Diabetes-Patienten mit Glitazonen den Blutzucker senken möchten, sind verunsichert, meint der Kardiologe Professor Erland Erdmann von der Universitätsklinik in Köln. Es stünden "die Problematik eines erhöhten kardiovaskulären Risikos für Rosiglitazon und der Verdacht eines möglichen Klasseneffektes der Glitazone im Raum", sagte Erdmann in Düsseldorf. Jedoch: Pioglitazon senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse, erinnerte Erdmann.

Blutzuckerkontrolle - Antidiabetische Therapie kann das kardiovaskuläre Risiko mindern. Foto: sbra

Das belegten die Daten der PROactive*-Studie. An der prospektiven, randomisierten und doppelblinden placebokontrollierten Studie haben 5238 Hochrisiko-Patienten mit Typ-II-Diabetes teilgenommen.

Ein hohes Risiko wurde in den Einschlusskriterien definiert als Hämoglobin A1c-Wert von mehr als 6,5 Prozent und ausgeprägte makrovaskuläre pathologische Veränderungen, etwa ein akutes Koronarsyndrom mindestens drei Monate vor Aufnahme in die Studie oder Schlaganfall, Herzinfarkt oder herzchirurgische Intervention mindestens sechs Monate zuvor. Die Teilnehmer erhielten entweder Pioglitazon (actos®, bis zu 45 Milligramm am Tag) oder Placebo zur bestehenden blutzuckersenkenden Therapie, berichtete Erdmann bei einer Veranstaltung des Unternehmens Takeda.

Beim primären Endpunkt, zusammengesetzt aus Tod, nicht-tödlicher Myokardinfarkt, Apoplexie, akutes Koronarsyndrom, große Beinamputation, koronare Revaskularisierung und Beinrevaskularisierung, gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen Verum- und Placebogruppe, erinnerte Erdmann. Bei einer Analyse der Studienergebnisse auf die drei Parameter Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall fand sich hingegen ein um 16 Prozent reduzierte Rate bei Pioglitazon, was statistisch signifikant war.

Patienten mit Myokardinfarkt in der Vorgeschichte hatten bei Behandlung mit Pioglitazon eine um dreißig Prozent verminderte Re-Infarkt-Rate im Vergleich mit Placebo, die Rate für ein akutes Koronarsyndrom war um 37 Prozent geringer, wenn die Patienten Pioglitazon statt Placebo erhielten, und die Rate für einen Re-Apoplex war im Verumarm um 47 Prozent vermindert im Vergleich mit Placebo.

"Die Studiendaten belegen, dass Pioglitazon eine kardioprotektive Wirkung hat, zu der die Verbesserung der glykämischen Kontrolle und der Regulierung des Lipidstoffwechsels beitragen können", folgerte Erdmann.

"Auf Grund dieser Studienergebnisse und der insgesamt umfangreichen Datenlage zu Pioglitazon als blutzuckersenkendem Medikament würde ich heute Patienten, bei denen ein Glitazon indiziert ist, Pioglitazon verordnen und die Patienten auch auf dieses Medikament umstellen, wenn sie Rosiglitazon einnehmen", resümierte Erdmann.

Unterschiede in den kardiovaskulären Wirkungen beider Glitazone seien nicht als "Klasseneffekt" zu interpretieren. Die Substanzen müssten als separate antidiabetische Wirkstoffe behandelt werden.

Proactive bedeutet PROspective PioglitAzone Clinical Trial In macroVasular Events

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »