Ärzte Zeitung online, 27.02.2009

Cholesterinspiegel - So hoch darf er wirklich sein

FRANKFURT / MAIN (eb). Ein Gesamtcholesterin-Wert, der für den einen Patienten gerade noch akzeptabel ist, kann für einen anderen schon definitiv zu hoch sein. Für Gesunde gelten andere Grenzwerte als für Kranke. Welche Grenzwerte für den Einzelnen gelten, sollte man mit seinem Arzt besprechen, empfiehlt die Deutsche Herzstiftung. Selbstverständlich sollte es sein, seine Cholesterinwerte überhaupt zu kennen.

Cholesterinspiegel - So hoch darf er wirklich sein

Eier sind bekannt als cholesterinreich. Herzkranke sollten nicht zu viel davon essen.

Foto: gesine wintsche©www.fotolia.de

"Ab wann mit einer deutlich erhöhten Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu rechnen ist, hängt vom individuellen Gesamtrisiko des Patienten für diese Krankheiten ab", so Professor Helmut Gohlke in einer Mitteilung der Deutschen Herzstiftung. Gohlke ist Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung und Chefarzt am Herz-Zentrum Bad Krozingen.

Die empfohlenen Cholesterin-Obergrenzen unterscheiden sich für gesunde Menschen ohne Risikofaktoren erheblich von denen, die für Patienten mit Herz- oder Gefäßleiden als akzeptabel eingestuft werden:

  • 240 mg/dl Gesamtcholesterin und 160 mg/dl LDL-Cholesterin bei Gesunden ohne Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung
  • 200 mg/dl Gesamtcholesterin und 130 mg/dl LDL-Cholesterin bei Gesunden mit Risikofaktoren (wie Herz- und Gefäßleiden bei Verwandten ersten Grades, Übergewicht, Bewegungsmangel, Nikotinkonsum oder erhöhtem Blutdruck)
  • unter 150 mg/dl Gesamtcholesterin und deutlich unter 100, möglichst sogar unter 70 mg/dl LDL-Cholesterin bei Herz-Kreislauf-Patienten (zum Beispiel mit koronarer Herzkrankheit oder Herzinfarkt) und Diabetikern.

Ernährungsumstellung ist meist der erste Schritt

Bei allen Menschen ohne Herzerkrankung sollte der erste Schritt zur Senkung eines erhöhten Cholesterinspiegels darin bestehen, die Ernährung umzustellen. Besonders vorteilhaft ist dabei die traditionelle Küche der Mittelmeerländer. Zu ihren wichtigsten Merkmalen gehören viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte, öfter Fisch statt Fleisch sowie als Fettlieferanten Olivenöl oder Rapsöl. "Wie eine aktuelle Studie mit mehr als 500 000 Personen klar belegen konnte, vermindert die mediterrane Küche nicht nur das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, sondern auch für Krebs, die Alzheimer- und die Parkinson-Erkrankung", so Gohlke.

Wichtig und wirksam zur Verbesserung der Cholesterinwerte und Verminderung des Gesamtrisikos ist aber ebenso die Beeinflussung weiterer Risikofaktoren: Als wichtigste Einzelmaßnahme sollte Rauchen eingestellt werden. Übergewicht ist abzubauen, und es ist auf regelmäßige Bewegung zu achten. All dies wirkt sich nicht nur günstig auf den Fettstoffwechsel, sondern auch auf den Kohlehydratstoffwechsel und auf das Gesamtrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus.

Nach einem Herzinfarkt vermindert die Mittelmeerküche die Gefahr, dass es erneut zu einem Gefäßverschluss im Herzen kommt. Gerade Menschen mit Herz- und Gefäßkrankheiten oder einem hohen Risiko hierfür sollten zusätzlich zur Ernährungsumstellung versuchen, ihr gesamtes Risikoprofil zu verbessern. In der Regel ist bei ihnen auch die medikamentöse Behandlung mit einem Statin-Präparat sinnvoll, um den Cholesterinspiegel wirksam zu senken.

Ausführliche Informationen zum Thema enthält der aktuelle Sonderdruck der Deutschen Herzstiftung "Wie gefährlich ist Cholesterin? - Welche Chancen bietet die Cholesterinsenkung?", der gegen 1,45 Euro in Briefmarken bezogen werden kann bei: Deutsche Herzstiftung, Vogtstr. 50, 60322 Frankfurt am Main.

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