Ärzte Zeitung online, 21.12.2009

Verjüngung von Zellen zur Methode des Jahres 2009 gekürt

NEU-ISENBURG (ple). Ein Verfahren, das die Erforschung embryonaler Stammzellen weit vorangebracht hat, ist jetzt von der Redaktion der Zeitschrift "Nature Methods" zur Methode des Jahres 2009 gekürt worden: die Herstellung induzierter pluripotenter Stammzellen etwa aus Fibroblasten der Haut.

Induzierte pluripotente Stammzellen (iPS) - flapsig als Ipse bezeichnet - sind in ihren Eigenschaften embryonalen Stammzellen sehr ähnlich. Die Technik zur Reprogrammierung - also Verjüngung - von Zellen etwa der Haut wurde von Professor Shinya Yamanaka aus Kyoto entwickelt und seither von vielen Stammzellforschern und Zellbiologen auch in Deutschland verfeinert. Dieser Erfolg hat nicht nur die Grundlagenforschung bereichert, sondern auch die Perspektiven der regenerativen Medizin erweitert. Denn die iPS-Zellen lassen sich in jede der mehr als 200 Zellarten verwandeln. Die Hoffnung ist, solche Zellen eines Tages therapeutisch für einen Gewebeersatz nutzen zu können, etwa in der Kardiologie oder für Patienten mit Morbus Huntington (Veitstanz).

Noch ist die Reprogrammierung von bereits ausdifferenzierten Körperzellen nicht perfekt. Humane embryonale Stammzellen werden deshalb noch immer als Vergleichszellen in der Forschung benötigt, da sind sich die meisten Stammzellforscher einig. Doch das Ipse-Forschungskarussel dreht sich weiter - und immer schneller. So ist schon jetzt absehbar, dass sich eines Tages körpereigene Zellen durch die Verjüngung und gezielte Züchtung bestimmter Zellarten therapeutisch nutzen lassen werden.

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