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Ärzte Zeitung online, 10.02.2010

Neuer Spezialkatheter zur Behandlung von Vorhofflimmern

BOCHUM (eb). Ein neuartiger Spezialkatheter ist seit Kurzem an der Uniklinik Bochum im Einsatz. Er vereinfacht die Behandlung, verkürzt erheblich die Behandlungsdauer und reduziert damit die Risiken für den Patienten. Außerdem wird weniger Energie bei der Behandlung aufgebracht, daher ist das Verfahren für den Patienten schonender und weniger belastend.

Neuer Spezialkatheter zur Behandlung von Vorhofflimmern

Oberarzt Dr. Thomas Lawo (links) und Dr. Leif Bösche präsentieren den neuen Herzkatheter. © Bergmannsheil

Am Kopf dieses neuen Katheters befindet sich ein ringförmiger Abschluss mit mehreren Platin-Elektroden, durch die Strom fließt. Damit können die Ärzte - vergleichbar mit einem Stempel - ein kreisförmiges Gewebsstück mit einer einzigen Prozedur isolieren. Die Behandlungsdauer verringert sich mit dem neuen Katheter auf unter zwei Stunden, so Dr. Thomas Lawo, Oberarzt an der Klinik für Kardiologie und Angiologie. Die bisherigen Behandlungsergebnisse sind sehr überzeugend: Knapp 80 Prozent der Patienten können mit diesem Verfahren vollständig oder weitgehend geheilt werden, so die Bochumer Kardiologen.

Ein anderes etabliertes Verfahren zur Beseitigung des Vorhofflimmerns ist die sogenannte Katheterablation. Dabei wird der Einmündungsbereich der Lungenvenen elektrisch isoliert. Über einen Spezialkatheter wird ein Hochfrequenzstrom gezielt abgegeben, die dabei entstehende Wärme erzeugt feine Narben. Diese Narben bilden dann eine Barriere, die die Ausbreitung von störenden elektrischen Impulsen einschränkt und damit das Vorhofflimmern unterbindet.

Das bisherige Verfahren war allerdings technisch und zeitlich sehr aufwendig: mit einer nur wenige Millimeter dicken Katheterspitze mussten die Narben Punkt für Punkt erzeugt werden. Die gesamte Prozedur konnte bis zu acht Stunden dauern.

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