Ärzte Zeitung online, 18.02.2010

Don't worry, be happy: Positive Gefühle schützen vor Herzleiden

NEW YORK/HAMBURG (dpa). Glückliche und zufriedene Menschen bekommen seltener Herzkrankheiten. Das haben US-Forscher in einer Langzeitstudie mit 1739 gesunden Erwachsenen bestätigt. Das Ergebnis: Je positiver die Lebenseinstellung, desto geringer ist das Risiko für einen Infarkt oder eine schlechte Durchblutung der Herzkranzgefäße.

Schon kleine tägliche Freuden können sich günstig auf die Gesundheit auswirken, so die Wissenschaftler um Dr. Karina Davidson von der Columbia Universität in New York.

Zu Beginn der zehn Jahre langen Untersuchung wurde das Risiko für eine Herzkrankheit eingeschätzt, genauso wie die Neigung zu Depressionen und Ängsten oder positiven Emotionen wie Freude, Zufriedenheit und Begeisterungsfähigkeit. Diese Gefühle könnten zwar auch vorübergehend sein, seien im Erwachsenenalter aber meist relativ stabile Charaktermerkmale, so die Forscher.

Auf einer Fünf-Punkte-Skala der positiven Lebenseinstellung von "nicht vorhanden" bis "extrem vorhanden", nahm das Herzkrankheits- Risiko bei den Teilnehmern mit jedem Punkt deutlich ab. Selbst kurzzeitige depressive Verstimmungen erhöhten das Risiko von Menschen mit einer grundsätzlich positiven Einstellung nicht (European Heart Journal online).

Wie können positiven Emotionen langfristig vor Herzkrankheiten schützen? Darüber können die Wissenschaftler bisher nur spekulieren. "Es gibt mehrere mögliche Erklärungen", so Davidson. Es könne auch mit ihrem Einfluss auf die Herzschlagfrequenz oder Schlaf- und Rauchgewohnheiten zusammenhängen. Menschen mit einer positiven Einstellung gönnten sich möglicherweise längere Ruhepausen. Ihr vegetatives Nervensystem sorge eher für Ruhe und Erholung als bei Menschen mit einer wenig positiven Einstellung. So könnten sie sich auch schneller von Stress erholen und verbrächten nicht so viel Zeit damit, negative Erlebnisse immer wieder "durchzukauen".

Es sei relativ einfach, seine Einstellung ein wenig zum Positiven zu verändern, so die Wissenschaftler. Man müsse vergnügliche Betätigungen in seinen Alltag einbauen. Jeden Tag ein paar Minuten entspannt zu sein und Spaß zu haben, könne für die psychische und körperliche Gesundheit nur förderlich sein.

Abstract der Studie "Don't worry, be happy: positive affect and reduced 10-year incident coronary heart disease: The Canadian Nova Scotia Health Survey"

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wie das Ebola-Virus das Immunsystem austrickst

Das Ebola-Virus hat einen molekularen Trick entwickelt, mit dem es das Immunsystem ablenkt. Ganz hilflos ist das Immunsystem allerdings nicht – dank einer Gegenmaßnahme. mehr »

Medizin unterm Hakenkreuz

Die zweite Staffel der erfolgreichen Klinikserie erzählt die letzten Jahre des Zweiten Weltkriegs an Deutschlands berühmtester Klinik – und die Abgründe der Medizin in der Nazizeit. mehr »

Erhitztes, rauchfreies Tokio?

Olympia 2020 in Tokio steht unter einem schlechten Stern: Die Hitzewelle 2018 rückt die Gesundheitsgefährdung für Athleten wie Zuschauer in den Fokus. Die Megalopole soll zudem zum rauchfreien Gastgeber werden. mehr »