Ärzte Zeitung online, 02.03.2010

Viel Fluglärm, viele Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen

KÖLN (dpa). Fluglärm erhöht einer Studie zufolge das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen - und bei Frauen auch für Depressionen.

Das hat eine Untersuchung des Umweltbundesamtes (UBA) rund um den Flughafen Köln/Bonn ergeben, wie das Amt mitgeteilt hat. Die Gesundheitsdaten von mehr als 1020 Versicherten gesetzlicher Krankenkassen mit Wohnsitz im Airport-Einzugsbereich waren mit Informationen wie Umgebungslärm verglichen worden. Vor allem Nachtfluglärm setzt den Anwohnern demnach zu.

Das Umweltbundesamt erklärte unter Berufung auf weitere repräsentative Studien, dass rund ein Drittel der Bevölkerung über Fluglärm klagt. Hochgradig belästigt fühlten sich fünf Millionen Bürger. Die neue Untersuchung aus dem Kölner Raum zeige, dass die Klagen begründet seien, erklärte Eberhard Greiser vom UBA. "Für Herz- und Kreislauferkrankungen ist nachgewiesen: Im Vergleich zu Personen, die keinem Fluglärm ausgesetzt sind, steigt das Erkrankungsrisiko betroffener Personen mit zunehmender Fluglärmbelastung." Bei Frauen zeigte die Studie, dass die Erkrankungsrisiken für Depressionen "signifikant" erhöht waren.

Die Ergebnisse stehen der Mitteilung zufolge im Einklang mit mehreren Untersuchungen zu Fluglärm-Effekten in der Umgebung von europäischen Airports. Demnach treten fluglärmbedingt auch häufig höhere Blutdruckwerte auf. Es müsse mehr getan werden, um Bürger vor Lärm zu schützen, sagte Präsident Jochen Flasbarth. Der Flughafen Köln/Bonn habe freiwillige Schallschutzmaßnahmen getroffen, die Lärmrisiken zwar reduzierten, die gesundheitlichen Negativ-Wirkungen aber nicht vollständig verhindern könnten. Weitere Analysen sollten folgen.

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