Ärzte Zeitung online, 27.06.2010
 

Bei winzigen Narben: dem Herztod vorbeugen!

ESSEN/STUTTGART (dpa). Der "plötzliche Herztod", den jährlich in Deutschland rund 200 000 Menschen erleiden, kann einer Studie zufolge in vielen Fällen verhindert werden.

Untersucht wurden Patienten, die an einer Verdickung des Herzmuskels litten - eine häufige Ursache des "plötzlichen Herztodes". Die Herztodopfer hätten durchweg winzige Narben im linken Herzmuskel gehabt, berichteten die Kardiologen Dr. Oliver Bruder aus Essen und Privatdozent Heiko Mahrholdt aus Stuttgart in der weltweit ersten Studie dieser Art. Die Narben stammten vermutlich aus Mikroinfarkten im verdickten Gewebe. "Keine Narben, kein Herztod", sagte Bruder.

Aus den Erkenntnissen ergeben sich nach Einschätzung der Mediziner gute Vorbeugungsmöglichkeiten. Auf Bildern aus dem Magnetresonanztomographen (MRT) seien die kleinen Narben im linken Herzmuskel beim lebenden Patienten zu erkennen. "Patienten, bei denen im MRT-Bild Narben festgestellt werden, kann dann gegebenenfalls vorbeugend ein Defibrillator implantiert werden, der beim Herzstillstand automatisch und ohne Zeitverzug wiederbelebt", sagte Mahrholdt. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift "Journal of the American College of Cardiology" veröffentlicht.

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