Ärzte Zeitung online, 13.08.2010

Neues Datensystem vereinfacht Therapie bei Kindern mit Herzfehlern

HANNOVER (dpa). Hilfe für kleine Patienten: Ein neues Datensystem soll die Behandlung von herzkranken Kindern erheblich verbessern. Es vereinfache deutlich die Nachbehandlung von Kindern, die am Herzen operiert werden, sagte Dr. Harald Köditz, an der Forschung beteiligter Oberarzt der Medizinischen Hochschule in Hannover (MHH) am Donnerstag.

"Bei der täglichen Arbeit prasseln zahlreiche Informationen und Eindrücke auf das Stationspersonal ein." Das System "Copra" filtere und kanalisiere die Daten. Das spare Zeit und Aufwand. Das System laufe bereits an vier Arbeitsstellen der MHH. 

In Deutschland kommen jährlich rund 7000 Kinder mit einem Herzfehler zur Welt. "Für gewöhnlich müssen Schwestern den Zustand dokumentieren, Röntgenbilder im Labor entwickelt und Parameter verglichen werden", erläuterte Köditz. Solche Aufgaben könne nun das System erledigen und interpretieren. Eine schnelle Behandlung direkt am Krankenbett wäre möglich.

Die Stiftung KinderHerz finanziert die Umsetzung. "Wir wollen, dass das Vorzeigemodell auch an anderen Kliniken eingesetzt wird", sagte Sylvia Paul vom Vorstand der Stiftung. Noch scheitere eine bundesweite Nutzung aus Mangel an Geld und Fachpersonal. Eine komplette Installation und Verwendung von Copra koste rund 250 000 Euro, schätzte die Stiftung. Außerdem sei das Gerät bisher nur stationär für Krankenhäuser vorgesehen.       

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Diabetikern wird der HbA1c-Wert nicht oft genug kontrolliert

Eigentlich sollten Ärzte mindestens zweimal im Jahr den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetikern bestimmen. Bei jedem vierten Patienten messen sie ihn aber nur einmal oder gar nicht. mehr »

Weg frei für GroKo-Gespräche und Nachverhandlungen

Es war eine Zitterpartie: Weniger als 60 Prozent der SPD-Delegierten auf dem Parteitag stimmten Gesprächen zur Bildung einer große Koalition zu. Nun soll weiterverhandelt werden – auch in Sachen Gesundheit. mehr »

Beunruhigend hohe Zahlen in der Altenpflege

Altenpflegekräfte fehlen fast doppelt so oft wegen psychischer Erkrankungen wie andere Beschäftigte, heißt es im länderübergreifenden Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg. mehr »