Ärzte Zeitung online, 30.08.2010

Kardiales Screening bei Fußballern

Kardiales Screening bei Fußballern

STOCKHOLM (ein). Die häufigste Ursache des plötzlichen Herztodes bei Fußballern ist die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM). Um diese auszuschließen, wird von der Europäischen Kardiologie-Gesellschaft ein Screening empfohlen, welches Anamnese, körperliche Untersuchung und ein 12-Ableitungs-EKG umfasst. Das EKG führt aber häufig in die Irre.

Außerdem gibt ein solches EKG Anlass zu weiteren, teuren und unnötigen Untersuchungen und verunsichert nicht zuletzt auch die Sportler, so das Fazit einer Studie von Kardiologen aus Madrid.

Die Spanier hatten bei 32 aktiven Fußball-Profis das HCM-Screening durchgeführt. Die EKG-Auswertung nach Maßgabe der ESC-Empfehlungen fand auffällige Befunde bei 17 Sportlern, die weiter abzuklären gewesen wären. In der Studie wurden bei allen Fußballern sowohl genetische Tests als auch MRI-Untersuchungen durchgeführt. Diese bestätigten, dass die Fußballer herzgesund waren. Die EKG-Veränderungen waren Ausdruck der spezifischen isotonen Trainingsbelastung der Fußballer.

Fazit: Die Screening-Empfehlungen der ESC müssen schleunigst überarbeitet werden, wobei insbesondere Art und Intensität der Trainingsbelastung bei der EKG-Interpretation berücksichtigt werden sollte.

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