Ärzte Zeitung online, 08.11.2010

Turbulente Finanzmärkte machen auch dem Herz zu schaffen

DURHAM (ob). Die jüngste schwere Krise der Finanzmärkte ist anscheinend am kardialen Gesundheitszustand vieler Mitmenschen nicht spurlos vorübergegangen.

Turbulente Finanzmärkte machen auch dem Herz zu schaffen

Der DAX im Sturzflug: für Anleger womöglich mit einem erhöhten Risiko für Myokardinfarkte verbunden.

© Hans-Günther Oed / imago

US-Forscher der Duke University in Durham (North Carolina) glauben jedenfalls, dass sich der Absturz der Aktienkurse im Krisenzeitraum zwischen Oktober 2008 und April 2009 ungünstig auf die Häufigkeit von Myokardinfarkten ausgewirkt haben.

Um dies zu belegen, hat eine Forschergruppe um Dr. Mona Fiuzat die in der universitätseigenen Datenbank für kardiovaskuläre Erkrankungen erfassten Ereignisse im Zeitraum zwischen Januar 2006 bis Juli 2009 analysiert.

Von den 11 590 in die Studie aufgenommenen Patienten hatten 2465 in dieser Zeitperiode einen nicht tödlichen Myokardinfarkt erlitten (Am J Cardiol 2010 online). Die Infarkthäufigkeit wurde jeweils innerhalb serieller Zeiteinheiten analysiert und in Relation zu den zeitgleichen Bewegungen am Aktienmarkt (Eröffnungskurse der elektronischen Börse US NASDAQ) gesetzt.

Ergebnis: Abstürzende Aktienkurse in der Krisenphase zwischen Oktober 2008 und April 2009 korrelierten mit einer signifikant Zunahme von Herzinfarkten. Außerhalb dieser Krisenperiode war im mehr als dreijährigen Gesamtzeitraum der Studie keine Korrelation zwischen Börsenkursen und Infarktraten festzustellen.

Die Autoren vermuten, dass durch die finanziellen Turbulenzen bedingter mentaler Stress als Trigger für den akuten Myokardinfarkt gewirkt haben könnte.

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