Ärzte Zeitung online, 23.03.2011

Achtung Herzrisiko - Sex ist für Couch-Potatoes gefährlicher

Notorische Bewegungsmuffel seien gewarnt: Raffen sie sich sporadisch doch einmal - etwa beim Sex - zu körperlicher Aktivität auf, besteht erhöhte Gefahr, dass das Herz Schaden nimmt. Eine neue Metaanalyse liefert den Beleg.

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Bier, Chips, Fernbedienung und Couch - Sinnbild des notorischen Bewegungsmuffels.

© Bernd_Leitner / fotolia.com

BOSTON (ob). Eigentlich hätte man es sich ja denken können, sollte man meinen: Bewegungsmangel ist bekanntlich nicht gerade gesundheitsförderlich; deshalb liegt nahe, dass gelegentliche körperliche Anstrengungen das untrainierte Herz von "couch potatoes" leicht überfordern können - so etwa bei sexueller Aktivität.

Denken ist die eine, exakte "wissenschaftliche" Beweisführung die andere Sache. Viele halten Sachverhalte und Zusammenhänge erst dann für plausibel, wenn eine Menge Zahlen und komplizierte Statistik im Spiel sind.

Auf die Frage, ob sporadische körperliche oder sexuelle Aktivität bei Bewegungsmuffeln ein Trigger für Herzinfarkt und Herztod sind, wollten US-Forscher jetzt eine entsprechend wissenschaftlich gesicherte Antwort geben.

Dr. Issa Dahabreh und Jessica Paulus aus Boston haben dazu die einschlägige Literatur gesichtet und 14 geeignet erscheinende Studien zutage gefördert. Deren Daten wurden dann nach allen Regeln der statistischen Kunst mit diversen Analyseverfahren aufgearbeitet (JAMA 2011, 305: 1225-1233).

Und was hat der ganze analytische Aufwand erbracht? Unter dem Strich steht als Ergebnis: Gelegentliche körperliche oder sexuelle Aktivität war bei ansonsten eher bewegungsinaktiven Personen tatsächlich mit kardialen Akutereignissen wie Herzinfarkt assoziiert.

Jetzt weiß man's wirklich - schließlich ist die statistische "power" der Analyse so stark wie nie zuvor. Und: Jetzt lässt sich das Risiko quantifizieren, es ist um den Faktor 3,5 erhöht. Angst und bange werden muss den Bewegungsfaulen im Lande nun aber nicht: Die Zunahme des kardialen Risikos war absolut betrachtet sehr gering.

Und noch ein wichtiges Ergebnis hat die Analyse erbracht: Je regelmäßiger und intensiver die untersuchten Menschen körperlich aktiv waren, desto weniger war von einer Assoziation mit kardialen Ereignissen zu sehen. Wer körperlich fit ist, für den ist Sex also sicherer - zumindest aus kardiologischer Sicht.

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