Ärzte Zeitung, 07.06.2011

Erholung für die ganze Familie nach einer Herz-Op

Herzoperationen bei Kindern belasten oft das Familien- leben. Das Konzept der "Familienorientierten Rehabilitation" soll Familien beim Weg zurück in den Alltag helfen.

Erholung für die ganze Familie nach einer Herz-Op

Nach der Herz-OP bei Kindern: "Familienorientierten Rehabilitation" (FOR) soll allen Familienmitgliedern wieder Erholung und Stabilität geben.

© Dron / fotolia.com

MÜNCHEN (wst). Steht bei Kindern mit angeborenen Herzfehlern eine notwendige Operation an, treten alle anderen Bedürfnisse und Probleme der Familie in den Hintergrund, erklärte Sören Riedel, Sozialberater beim Bundesverband Herzkranke Kinder (BVHK) aus Aachen, auf einer Informationsveranstaltung des Verbandes in München.

In der Sorge um Gesundheit und Leben eines kleinen Patienten werden Geschwister leicht zu tatsächlich vernachlässigten oder sich auch nur so fühlenden "Schattenkindern". Auch alte und neue Partnerkonflikte zwischen den Eltern werden unterdrückt, Erschöpfungszustände ignoriert und die Lösung unterschiedlichster Schwierigkeiten auf später vertagt.

Im Anschluss an den Klinikaufenthalt soll das Konzept der "Familienorientierten Rehabilitation" (FOR) allen Familienmitgliedern wieder Erholung und Stabilität geben. In dem Programm soll auch das Kind mit dem Herzfehler gemeinsam mit der Familie psychologisch betreut werden.

In Deutschland stehen für diese intensive Betreuung vier Reha-Zentren zur Verfügung: zwei im Schwarzwald, eines in Berlin-Brandenburg und eines in Westfalen. Neben der interdisziplinären gesundheitlichen Versorgung bekommen die Patienten sowie ihre Geschwister auch Schulunterricht.

Die FOR ist keine Muss- sondern nur eine Kannleistung gesetzlicher Kranken- und Rentenversicherungen, doch werde begründeten Anträge oft stattgegeben, so Riedel.

Informationen auch unter dem Suchbegriff "Familienorientierte Rehabilitation" auf www.bvhk.de oder auch telefonisch bei Sozialberater Sören Riedel (Tel 0241-559 469 79)

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