Ärzte Zeitung, 12.12.2011

Rolle rückwärts bei COX-2-Hemmern

Die COX-2-Hemmer Celecoxib und Etoricoxib erhöhen das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall - lange Zeit wurde das vermutet. Doch weit gefehlt, sagen jetzt schwedische Forscher, nachdem sie die Daten von sieben Millionen Menschen ausgewertet haben.

Freispruch für COX-2-Hemmer

Ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen wurden bei COX-2-Hemmern in einer großen Studie nicht gefunden.

© Andrea Danti / fotolia.com

STOCKHOLM (DE/ob). Die COX-2-Hemmer Celecoxib und Etoricoxib erhöhen nicht die Risiken für Myokardinfarkt, Schlaganfall und Herzinsuffizienz. Das hat eine große Studie aus Schweden ergeben.

Selektive COX-2-Hemmer senken das Risiko für gastrointestinale Komplikationen im Vergleich zu klassischen NSAR. In Studien waren sie aber auch mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse assoziiert. Rofecoxib ist daraufhin 2004 vom Markt genommen wurde.

In Schweden haben nun Forscher in einer landesweiten Kohortenstudie auf Basis der Registerdaten von knapp sieben Millionen Menschen die kardiovaskuläre Sicherheit der beiden auf dem Markt verbliebenen COX-2-Hemmer zwischen 2005 und 2008 untersucht (Eur Heart J 2011; online 21. November).

Mit Celecoxib und Etoricoxib behandelte Patienten nahmen die Medikamente im Schnitt sechs bis acht Monate lang ein.

Auch erhöhtes Vorhofflimmern-Risiko für klassische NSAR

Es fanden sich keine Hinweise darauf, dass die COX-2-Hemmer die Rate der Ereignisse Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzinsuffizienz erhöht hatten. Die Autoren vermuten, dass diese Substanzen nach dem Wirbel um Rofecoxib vorsichtiger eingesetzt und Warnhinweise sowie Kontraindikationen besser beachtet werden.

Bei Patienten mit COX-2-Hemmer-Therapie war jedoch die Inzidenz von Vorhofflimmern leicht erhöht. Das Risiko ließ sich in einer Post-hoc-Analyse Etoricoxib zuordnen, während Celecoxib unverdächtig aussah.

Die Autoren weisen darauf hin, dass auch für klassische NSAR ein erhöhtes Vorhofflimmern-Risiko dokumentiert ist.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[13.12.2011, 09:51:07]
Gabriele Wagner 
Quelle nachgetragen
Sehr geehrter Herr Doktor Boujong,
danke für Ihren Hinweis. Bei der Ärzte Zeitung ist es üblich, die Quelle anzugeben und, wenn möglich, direkt zu verlinken.
Bei diesem Artikel ist uns das untergegangen, wir bitten um Entschuldigung. Die Quelle ist nachgetragen und verlinkt.
Beste Grüße
Ihre Online-Redaktion zum Beitrag »
[13.12.2011, 09:29:22]
Dr. Dirk Boujong 
Quelle?
Wann wird man bei der Ärztezeitung endlich lernen, dass man bei Berichten über Studien sinnvollerweise eine Quellenangabe hinzufügt??? zum Beitrag »
[12.12.2011, 17:10:57]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Only bad news are good news"
... dachte ich immer! MfG Dr. med. Thomas G. Schätzler zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Neue Arzneien zum Schutz vor Brüchen

Osteoporose wird oft übersehen. Der Welt-Osteoporose Tag rückt die Erkrankung ins Bewusstsein. Zum Schutz vor Frakturen werden derzeit neue Substanzen erprobt. mehr »

Vergangenheit, die nicht vergeht

Ramstein, Eschede, Loveparade in Duisburg: Großunglücke lassen bei Opfern und oft auch bei Einsatzkräften seelische Wunden zurück. Psychotraumatologen können den Betroffenen in der Regel gut helfen. mehr »

Politik hat die Bedeutung der Arzneimittelforschung erkannt

Gute Versorgungsideen sind in der Politik willkommen, stellte Gesundheitsminister Jens Spahn bei der Springer Medizin Gala zum Galenus-von-Pergamon-Preis klar. mehr »