Ärzte Zeitung, 20.11.2012

Mehr Infarkte im Winter

Es ist nicht nur die Kälte

Im Winter ist die Zahl tödlicher Herzinfarkte stets höher als im jahreszeitlichen Durchschnitt. Dieser Anstieg ist unabhängig davon, ob der Winter durch sehr milde Temperaturen (Arizona), ein moderates Klima (Los Angeles) oder frostige Kälte (Pennsylvania) gekennzeichnet ist.

Zu diesem Ergebnis kamen US-Forscher bei einem Vergleich von Sterberegister-Daten in unterschiedlichen Regionen der USA. Die Zunahme allein der Kälte anzuschulden, ist als Erklärung demnach wohl zu simpel. (ob)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[21.11.2012, 12:10:00]
Dr. Dieter Schwartze 
Winterhäufung der Myokardinfarkte und mögl. Zusammenhänge
Im "Herzinfarktregister Halle/Saale 1974-1989,Epikrise und ökokardiologische Betrachtungen"(Götschetal 2008) wurde jahresübergreifend ebenfalls eine Dominanz der Wintermonate November bis Februar(37,52%,2189 Infarkte) gefunden.
Bei einer zusätzlichen Analyse zur Meteorotropie waren in diesen Monaten die Wetterphasen 6z vor 4 (nach Ungeheuer-Brezowski)dominierend (im Frühjahr Wph.4 vor 6z,im Sommer Wph.4), dem entsprachen aufkommender bzw. vollzogener Wetterumschlag mit Zunahme von Niederschlägen, Luftdruckabfall und Zunahme der Luftfeuchtigkeit sowie hoch reichender Kaltluftbereich an der Rückseite eines Tiefs.Inversionswetterlagen haben neben Kaltfrontbereichen auch für Dienstag sowie Wochenendtage eine Bedeutung.
Weiter sind Zusammenhänge mit NO2 und SO2-Expositionen zu erkennen.In Halle/S. war in einer Analyse 1973/74 eine Parallele von Krankheitsfällen und SO2-Luftbelastung erkennbar. Im November/Dezember und im Tagesgang folgte der Infarktmorgengipfel (9-11 Uhr) um 2 Stunden versetzt den Gipfelwerten von NO2 und SO2 (8 Uhr).Im Stadtmessnetz hatten Bereiche mit stärkster SO2-Grundbelastung und höchster Verkehrsdichte sowie industrieller Besiedlung auch die meisten Infarktfälle aufzuweisen. - Obwohl die zitierten Analysen 38 Jahre zurückliegen, so waren die Bedingungen nach IMSA in Halle 2006 bis 2008
noch nicht grundsätzlich verändert.
MR Dr. Dieter Schwartze,06193 Petersberg.E-mail:dieter.schwartze@gmx.de zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So hoch ist die Lebenserwartung in der Welt

Wer als Junge in Deutschland geboren wird, darf sich im Schnitt auf 78 Jahre freuen. Wie hoch ist die Lebenserwartung in anderen Ländern der Welt? Wir geben die Antwort. mehr »

Der Gesundheitsminister will das E-Rezept

Krankenkassen, Ärzte und Apothekerschaft sollen in ihren Rahmenverträgen das elektronische Rezept ermöglichen. Eine gesetzliche Verpflichtung soll bis 2020 stehen. mehr »

Diabetes-Strategie zum Greifen nah

Der gezielte Kampf gegen Diabetes könnte schon bald konkrete Formen annehmen. Zum heutigen Welt-Diabetestag zeichnet sich zwischen Union und SPD ein Kompromiss für eine nationale Diabetes-Strategie ab. mehr »