Ärzte Zeitung, 02.04.2013

Aortenstenose

TAVI bewährt sich auf längere Sicht

Der Grenzbereich zwischen interventioneller Kardiologie und Herzchirurgie wird derzeit neu vermessen - unter anderem bei Patienten mit Aortenstenose. Die PARTNER-Studie liefert dazu neue Daten.

Von Peter Overbeck

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Kardiologen aus aller Welt nutzten den diesjährigen Kongress des American College of Cardiology (ACC) in San Francisco wieder zum Informationsaustausch in Gesprächen mit Kollegen.

© DE

SAN FRANCISCO. Bei Patienten mit schwerer Aortenstenose und hohem Operationsrisiko zeigt die Aortenklappen-Implantation per Herzkatheter auch auf längere Sicht ähnlich gute Ergebnisse wie der Herzklappenersatz durch Operation am offenen Herzen. Das belegen aktuelle 3-Jahres-Daten der PARTNER-Studie.

In der PARTNER-Studie (Kohorte A) ist das neue kathetergestützte Verfahren - auch Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) genannt - bei 699 Patienten mit schwerer Aortenstenose und hohem Operationsrisiko erstmals direkt mit der konventionellen Klappenersatz-Operation verglichen worden.

Bereits zuvor publizierte Daten der PARTNER-Studie hatten gezeigt, dass sich die Mortalitätsraten in der TAVI- und Herzchirurgie-Gruppe nach einem Jahr (24,3 versus 26,8 Prozent) und nach zwei Jahren (33,7 versus 34,8 Prozent) nicht signifikant unterschieden.

Kein Unterschied bei der Mortalität

Daran hat sich auch nach einem weiteren Jahr Beobachtungsdauer nichts geändert. Beim ACC-Kongress in San Francisco hat Dr. Vinod Thourani aus Atlanta die neuen PARTNER-Daten vorgestellt.

Auch nach Ablauf von drei Jahren waren danach die Gesamtsterberaten mit 44,2 Prozent (TAVI) und 44,8 Prozent (Klappenchirurgie) nach wie vor nicht signifikant unterschiedlich. Die Daten sprechen für eine Gleichwertigkeit beider Methoden zumindest bei operablen Patienten, bei denen der chirurgische Klappenersatz ein hohes Operationsrisiko

Anfangs hatte die Frage der Haltbarkeit der Transkatheter-Aortenklappen Sorge bereitet. Doch auch nach drei Jahren gebe es keine Anzeichen für eine "strukturelle Verschlechterung", betonte Thourani.

Im Zusammenhang mit der TAVI-Prozedur war es initial zu einer Zunahme von Schlaganfällen gekommen. Nach drei Jahren hatten sich die entsprechenden Ereignisraten jedoch angeglichen; zu diesem Zeitpunkt war die Schlaganfallrate in der Gruppe mit chirurgischem Klappenersatz sogar numerisch höher als in der TAVI-Gruppe (8,3 versus 9,3 Prozent).

Auch Funktionsstatus verbessert

In beiden Gruppen zeigte sich der Funktionsstatus der Patienten - gemessen an der NYHA-Klasse - auch nach drei Jahren deutlich gebessert. Anhaltende Verbesserungen gab es ebenso im Hinblick auf echokardiografische Parameter der Hämodynamik wie Druckgradient, Auswurffraktion und auch Regression der linksventrikulären Muskelmasse.

Allerdings war der Anteil der Patienten mit paravalvulärer Aorteninsuffizienz nach TAVI deutlich höher als in der Vergleichsgruppe mit Standardchirurgie. Auch nach drei Jahren bestätigte sich, was schon nach zwei Jahren beobachtet worden war: Selbst mild ausgeprägte paravalvuläre Lecks waren mit einer erhöhten Mortalität assoziiert.

Thourani sieht hier Spielraum für künftige Verbesserungen: Alle Bemühungen sollten darauf zielen, prozedurale Komplikationen der TAVI-Behandlung wie Schlaganfall und paravalvuläre Lecks weiter zu reduzieren.

Inzwischen ist die in der PARTNER-Studie verwendete Edwards-Sapien-Aortenklappe bereits veraltet und unter anderem in Deutschland durch ein technisch weiterentwickeltes Klappensystem (Sanien XT) ersetzt worden.

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