Kardiologie

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Ärzte Zeitung online, 18.10.2013

Kardiologie

Biomarker signalisiert "Syndrom des gebrochenen Herzens"

Forscher haben entdeckt, dass das "Syndrom des gebrochenen Herzens" anhand bestimmter mikroRNAs im Blut erkannt werden kann.

HANNOVER / ZÜRICH. Etwa 2,5 Prozent der Menschen, die mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus kommen, leiden am "Syndrom des gebrochenen Herzens".

Doch es ist schwierig, den Unterschied zwischen den beiden Erkrankungen festzustellen: Die Patienten haben die gleichen Symptome und auch das EKG und bestimmte Biomarker sind gleich.

Daher kann die korrekte Diagnose nur mittels Herzkatheteruntersuchung gestellt werden, wo sich bei Patienten mit "Syndrom des gebrochenen Herzens" im Gegensatz zum Herzinfarkt - offene Herzkranzgefäße nachweisen lassen, erinnert die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) in einer Mitteilung.

Typisches Muster aus vier mikroRNAs

Wissenschaftler der MHH und des UniversitätsSpitals Zürich haben nun herausgefunden, dass das "Syndrom des gebrochenen Herzens" anhand bestimmter mikroRNAs im Blut der Patienten erkannt werden kann (European Heart Journal 2013; online 17. September)

"Ein bestimmtes Muster aus vier mikroRNAs unterscheidet das Syndrom von einem Herzinfarkt", wird Professor Thomas Thum, Direktor des MHH-Instituts für Molekulare und Translationale Therapiestrategien (IMTTS), zitiert.

Thum führte die Studie gemeinsam mit Privatdozent Dr. Christian Templin vom UniversitätsSpital Zürich durch.

Syndrom wird auch Takotsubo-Kardiomyopathie genannt

Beim "Syndrom des gebrochenen Herzens" handelt es sich um eine Funktionsstörung des Herzmuskels, die auch "Takotsubo-Kardiomyopathie" heißt.

Der Name Takotsubo stammt von japanischen Tintenfischfallen, die so aussehen wie das Herz während der akuten Erkrankung.

Die Störung tritt plötzlich ein - meist nach einer außerordentlichen emotionalen Belastung wie zum Beispiel dem Tod einer nahestehenden Person, Mobbing am Arbeitsplatz oder unerwarteten finanziellen Sorgen.

Sie tritt zu 90 Prozent bei älteren Frauen auf - wohingegen ein Herzinfarkt zu 70 Prozent ältere Männer betrifft.

Gefahr in den ersten Stunden

In den ersten Stunden sind beide Erkrankungen gleich gefährlich und es kommt häufig zu ernsten und auch lebensbedrohlichen Komplikationen, heißt es in der Mitteilung der MHH. Vier bis fünf Prozent der Patienten, die mit entsprechenden Symptomen ins Krankenhaus kommen, sterben.

Der Unterschied zeigt sich jedoch nach der akuten Phase: Im Gegensatz zum Herzinfarkt erholt sich die Pumpfunktion des Herzens beim "Syndrom des gebrochenen Herzens" meist wieder vollständig und nach ein paar Wochen funktioniert der Herzmuskel in der Regel wieder normal.

Templin leitet das größte Register für diese Erkrankung (www.takotsuboregistry.com). Dort sind mehr als 20 Zentren aus sieben Ländern vertreten, auch die MHH, und 1100 Patienten sind registriert.

"Weitere Studien mit mehr Patienten müssen die Ergebnisse nun bestätigen und Nachweisverfahren für die mikroRNAs müssen schneller werden", so Thum. Die Forscher erwarten, dass der Nachweis in ein paar Jahren in Kliniken verfügbar sein wird. (eb)

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