Ärzte Zeitung App, 17.03.2014

Gefäßveränderungen

Passivrauchen hinterlässt bei Kindern Spuren

Passivrauchen von Kindern qualmender Eltern hinterlässt in den Gefäßen Spuren, die noch Jahrzehnte später nachweisbar sind.

HOBART. Wer als Kind ständig dem Zigarettenqualm seiner rauchenden Eltern ausgesetzt ist, hat als Erwachsener nachweisbare strukturelle Gefäßveränderungen in Form einer Verdickung bestimmter Gefäßwandschichten.

Das belegen Studienergebnisse einer finnisch-australischen Forschergruppe um Dr. Seana Gall aus Hobart (Eur Heart J 2014, online 4. März).

Die Forscher haben insgesamt 3776 Personen genauer untersucht, die als Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 3 und 18 Jahren in zwei 1980 und 1985 gestartete Beobachtungsstudien aufgenommen worden waren.

Nach einer Befragung zum Rauchverhalten der Eltern wurde dann bei den inzwischen Erwachsenen per Ultraschall die Intima-Media-Dicke (IMT, intima media thickness) in der Gefäßwand der Karotisarterien gemessen.

Höheres "Gefäßalter" festgestellt

Festgestellt wurde eine signifikante Dickenzunahme der IMT bei jenen Erwachsenen, die in ihrer Kindheit mit rauchenden Eltern zusammengelebt hatten, im Vergleich zu Personen mit Nichtrauchern als Eltern. Allerdings war der Unterschied mit 0,015 mm relativ gering (0,647 versus 0,632 mm).

Gleichwohl attestierten die Untersucher auf Basis der festgestellten Veränderungen den Arterien von Erwachsenen, die als Kinder Passivraucher waren, ein um 3,3 Jahre höheres "Gefäßalter".

Diese beschleunigte Gefäßalterung war aber nur dann gegeben, wenn beide Elternteile Raucher gewesen waren. Hatte nur der Vater oder die Mutter gequalmt, waren rund 25 Jahre später keine signifikanten Auswirkungen auf die Gefäßwandstruktur feststellbar. (ob)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Ein Anästhetikum zur Behandlung bei schweren Depressionen?

Ketamin - einst als Anästhetikum entwickelt - hat sich in mehreren Studien bei Patienten mit therapieresistenten Depressionen bewährt. Doch: Für Euphorie ist es noch zu früh. mehr »

Wo und wann sich Patienten im Krankenhaus wohlfühlen

Die Bertelsmann Stiftung hat untersucht, wo Patienten ihren Klinikaufenthalt am besten bewerten. Dabei fanden die Analysten interessante Zusammenhänge heraus. mehr »

Darf‘s ein bisschen weniger Zucker sein?

Große Lebensmitteleinzelhändler wollen den Zuckergehalt in ihren Eigenmarken reduzieren. Für Verbraucherschützer ist das allerdings nur ein Tropfen auf den heißen Stein. mehr »